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 Betreff des Beitrags: Re: stationäre Pflege - wie kann sie finanziert werden?
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Jan 2019, 23:03 
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Anspruch auf vollstationäre Pflege

Der Anspruch auf vollstationäre Pflegeleistungen besteht für Pflegebedürftige in den Pflegegraden 2 bis 5,
wenn die häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder wegen der Besonderheit des einzelnen Falls nicht in Betracht kommt.
Als mögliche Gründe, dass eine vollstationäre Pflege erforderlich sein kann,
haben die Verbände der Pflegekassen auf Bundesebene im Gemeinsamen Rundschreiben zu den
leistungsrechtlichen Vorschriften vom 26.04.2016 (Punkt 1 zu § 43 SGB XI) folgende Fallkonstellationen festgehalten:

Es fehlt eine Pflegeperson.
Pflegepersonen sind vorhanden, allerdings fehlt bei diesen die Pflegebereitschaft.
Es droht eine Verwahrlosung des Pflegebedürftigen oder ist bereits eingetreten.
Es droht eine Überforderung der Pflegeperson oder ist bereits eingetreten.
Es bestehen Selbst- und Fremdgefährdungstendenzen des Pflegebedürftigen.
Eine häusliche Pflege ist aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich und die Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung bringen keine Verbesserung.

Anzumerken ist jedoch, dass die Pflegekassen ab dem Jahr 2017 die Heimnotwendigkeit nicht mehr prüfen werden.
Die Prüfung der Heimnotwendigkeit ist auch nicht mehr Gegenstand der Begutachtungs-Richtlinien.
Die Prüfung entfällt, da sich stets bei einer näheren Betrachtung herausgestellt hat,
dass eine entsprechende Notwendigkeit für die vollstationäre Pflege gegeben ist.
Damit werden die Pflegekassen von einem vermeidbaren Verwaltungsaufwand befreit.
Zudem liegen die Leistungsbeträge im ambulanten Bereich höher als im stationären Bereich.
Höhe der vollstationäre Pflegeleistungen

Für die Zeit ab 01.01.2017 gelten nach § 43 Abs. 2 SGB XI die folgenden kalendermonatlichen Leistungsbeträge für die stationären Pflegeleistungen:

Pflegegrad 1: 125,00 Euro
Pflegegrad 2: 770,00 Euro
Pflegegrad 3: 1.262,00 Euro
Pflegegrad 4: 1.775,00 Euro
Pflegegrad 5: 2.005,00 Euro

Im Rahmen dieser Leistungsbeträge werden die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für die Betreuung
und die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege in pauschalierter Form übernommen.

Sollte ein Pflegebedürftiger, der dem Pflegegrad 1 zugeordnet ist, die vollstationären Pflegeleistungen beanspruchen,
wird dafür ein Zuschuss in Höhe von 125,00 Euro geleistet. Der Anspruch ist explizit in § 43 Abs. 3 SGB XI beschrieben.
Der Zuschuss wird allerdings nicht als Sachleistung gewährt, sondern in Form der Kostenerstattung.
Damit steht den Heimbewohnern in Pflegegrad 1 ein Geldbetrag zur Verfügung, über den auch Pflegebedürftige in
Pflegegrad 1 im ambulanten Bereich verfügen können.

Die Pflegekassen schließen mit den stationären Pflegeeinrichtungen tagesgleiche Pflegesätze ab.
Grundsätzlich werden dann die monatlichen Zahlbeträge anhand der tatsächlichen Kalendertage des jeweiligen Monats ermittelt.
Damit eine kontinuierlich gleichbleibende Zahlung je Kalendermonat erfolgen kann, wird aus verwaltungsökonomischen Gründen
in der Praxis der Monat mit durchschnittlich 30,42 Tage (365 Tage : 12 Monate) angesetzt.

Damit der von den Pflegebedürftigen bzw. den Sozialhilfeträgern zu tragende Eigenanteil nicht mit der Schwere der Pflegebedürftigkeit steigt,
sind ab dem Jahr 2017 in den Pflegegraden 2 bis 5 jeweils gleich hohe Beträge für die nicht von der Pflegekasse gedeckten Kosten vorgesehen.
Hier spricht man vom sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE).

Aber nun fangen die Sozialämter an, immer mal wieder zu prüfen ob bei einem PG 2
auch eine Heimpflegebedürftigkeit vorliegt oder nicht

_________________
in diesem Sinne

Susanne

Neben meiner Tätigkeit als Pflegedienstleitung in einem Pflegeheim war ich
der "Kümmerer" von Mac PS2 bds. Beinamputiert und und und...
den ich 2007 über dieses Forum kennengelernt habe. Mac ist am 14.1.2016 auf seine letzte Reise gegangen


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