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 Betreff des Beitrags: Mit Toilettentraining dem Urinverlust zuvorkommen
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Jul 2010, 19:34 
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Mit Toilettentraining dem Urinverlust zuvorkommen

Häufig lässt sich durch gezieltes Toilettentraining mithilfe eines Toilettentagebuchs die Blasenkontrolle verbessern. Inkontinenzprodukte geben den Betroffenen zusätzliche Sicherheit.

Unfreiwilliger Urinverlust kann für Betroffene stark belastend sein. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kontinenz zu fördern – bei Belastungs-, Drang- oder Mischinkontinenz zum Beispiel mit Toilettentraining.

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Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
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 Betreff des Beitrags: Re: Mit Toilettentraining dem Urinverlust zuvorkommen
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Jul 2014, 13:28 
Hallo,

da der Link von Elke nicht mehr funktioniert, schreibe ich ein paar Informationen zur Inkontinenz und entsprechende Maßnehmen nieder.


Allgemeine Informationen zu den unterschiedlichen Inkontinenzformen:
Dranginkontinenz
Der nicht unterdrückbare imperative Harndrang führt zum Urinverlust, bevor die Toilette erreicht ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
Sensorische Dranginkontinenz: Hier ist die Wahrnehmung der Blasenfüllung im Sinne eines vorzeitigen Füllungsgefühls, etwa durch eine Entzündung, durch Blasensteine oder Obstruktion der ableitenden Harnwege, gestört.
Motorische Dranginkontinenz: Hier sind die efferenten Nervenimpulse zum Musculus detrusor (der für die Entleerung zuständigen Harnblasenmuskulatur) enthemmt, was zu einer vorzeitigen, manchmal krampfartigen Detrusor-Kontraktion führt.
Die Dranginkontinenz kann Folge von Entzündungen der unteren Harnwege (Harnblase, Harnröhre), von obstruktiven (einengenden) Veränderungen wie z.B. Harnröhrenstrikturen, gut- bzw. bösartigen Prostata-Vergrößerungen oder auch von neurologischen Störungen wie z.B. Demenzerkrankungen sein.
Die Therapie ist teils kausal (siehe oben), also die Ursache beseitigend, teils symptomatisch, lediglich die Beschwerden lindernd.
Giggle-Inkontinenz (Enuresis risoria): Die Giggle-Inkontinenz oder auch Kicher-Inkontinenz genannt, stellt eine Sonderform der Dranginkontinenz dar. Dabei tritt unkontrollierter Urinverlust bei kräftigem Lachen auf, das aber klinisch nur schwer festzustellen ist. Diese doch recht seltene Form der Dranginkontinenz wird überwiegend bei Mädchen beobachtet, bei Jungen oder gar bei Erwachsenen ist diese Inkontinenzform bis jetzt so gut wie nie beobachtet worden. Die Ursache ist ein Defizit der zentralnervösen Hemmung auf den Miktionsreflex.
Stressinkontinenz = Belastungsinkontinenz
Bei einer Stressinkontinenz löst der erhöhte Bauchinnendruck durch Belastung, Pressen aus den verschiedensten Gründen (Heben, Tragen, Treppensteigen, Lachen, Husten, Niesen) den mehr oder weniger ausgeprägten Harnverlust aus.
Die Stressinkontinenz ist bei Frauen oft Folge mehrfacher Spontangeburten, die zu einer Überdehnung und Erschlaffung von Haltebändern und Beckenboden führen. Daraus resultiert eine Senkung (Descensus) der Organe des kleinen Beckens. So kann bei erhöhtem Bauchinnendruck dieser Druck nicht mehr als Verschlussdruck die Harnröhre erreichen, wohl aber noch in voller Stärke die Harnblase.
Beim Mann dagegen ist diese Form der Inkontinenz meist Folge einer traumatischen Schädigung des äußeren Blasenschließmuskels durch Operationen oder Unfälle.
Therapeutisch stehen bei der weiblichen Stressinkontinenz in leichten Fällen konservative, in den schwereren Fällen eine Reihe von operativen Methoden zur Verfügung. Hier wird heute in erster Linie ein sog. minimal-invasiver Eingriff, die TVT-Operation (Tension free Vaginal Tape = spannungsfreies vaginales Band) durchgeführt, mit diesem Eingriff können Erfolgsraten bis 70 % erzielt werden. Beim Mann kann der Versuch minimal-invasiver Eingriffe am Schließmuskel gemacht werden. In therapieresistenten Fällen kann ein künstlicher Schließmuskel implantiert werden, bei dem mittels Pumpensystem eine um die Harnröhre gelegte aufblasbare Manschette gefüllt bzw. geleert wird.
Mischinkontinenz
Hier sind Drang- und Belastungsinkontinenz kombiniert.
Überlaufinkontinenz
Die Überlaufinkontinenz (auch: Inkontinenz bei chronischer Retention) entsteht durch eine ständig übervolle Harnblase infolge von Abflussstörungen. Da der Binnendruck schließlich den obstruktiven Verschlussdruck übertrifft kommt es zum ständigen Harnträufeln.
Ursache der Überlaufinkontinenz ist meist die gutartige Prostatavergrößerung, seltener hochgradige Verengungen (Strikturen) der Harnröhre. Ebenfalls können neurologische Erkrankungen mit einer Erschlaffung des Musculus detrusor, wie sie im Rahmen einer Polyneuropathie bei chronisch schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder als Folge einer lower motor neuron - Läsion (LMNL, siehe bei Reflex-Inkontinenz) auftreten kann, zur "Überlaufblase" führen.
Sehr häufig kommt es in Folge einer Überlaufblase zu einem Rückstau des Urins in die Harnleiter und die Nieren mit der Gefahr einer zunehmenden Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) bis hin zur Urämie (Harnvergiftung).
Die Therapie besteht wenn möglich in einer Ursachenbeseitigung (Prostata, Harnröhre), bei irreversiblen Veränderungen durch Einsatz von Dauerkatheter, oder dem intermittierenden Selbstkatheterismus.
Reflexinkontinenz
Die Reflexinkontinenz entsteht durch eine Störung oder Zerstörung der vom Gehirn ausgehenden Hemmungsbahnen und damit zu einem Überwiegen der Aktivitätsimpulse des Reflexbogens zwischen Harnblase und Blasenzentrum im Kreuzteil des Rückenmarks (S2 - 4). Diese führen zu reflexartigen Detrusor-Kontraktionen mit Harnabgang.
Ein solcher Zustand tritt beispielsweise nach einer Querschnittlähmung oberhalb des Blasenzentrums auf (UMNL, upper motor neuron lesion). Degenerative zentralnervöse Veränderungen, etwa bei Multiple Sklerose Erkrankten können den gleichen Effekt zeigen. Bei der LMNL (lower motor neuron lesion) tritt dagegen eine schlaffe, völlig denervierte Blase mit Überlaufinkontinenz auf.
Die Therapie erfolgt vorzugsweise medikamentös. Der intermittierende Selbstkatheterismus ermöglicht eine restharnfreie Entleerung. Oberstes Ziel des Selbstkatheterismus ist neben der Harnentleerung vor allem der Schutz des oberen Harntraktes (Nieren).
Extraurethrale Inkontinenz
Bei der extraurethralen Inkontinenz liegt keine Insuffizienz des Verschlussapparates der Harnröhre (Urethra) vor. Der natürliche Harnausgang wird beispielsweise durch eine angeborene Fehlmündung eines Harnleiters hinter den Schließmuskel (Ureterektopie) oder eine verletzungsbedingte Fistel, wie etwa eine Blasen-Rektum- oder Blasen-Scheiden-Fistel als Operations- oder Bestrahlungsfolge "umgangen". Die Therapie erfolgt durch eine operative Korrektur.
Vorlagen und Windeln ersetzen niemals eine Therapie, sie dienen ausschließlich der Sicherstellung von sozialen und hygienischen Ansprüchen.

Hautpflege bei einer Inkontinenz
Der Hautpflege sollten Sie bei Inkontinenz besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn durch häufigen Kontakt mit Urin wird die Haut stark gereizt. Besonders bei bettlägerigen, pflegebedürftigen Patienten mit Inkontinenz kann es leicht zu einem offenen Druckgeschwür, dem Dekubitus, kommen, wenn bestimmte Hygieneregeln nicht beachtet werden.
Kompliziert ist die Hautpflege im Intimbereich nicht, sie erfordert nur etwas Zeitaufwand. Nicht das regelmäßige Waschen ist wichtig, die Haut sollte auch mit Cremes eingerieben werden, um ein Austrocknen zu verhindern.
Nach jedem Harnverlust reinigen!
Für Personen mit häufiger auftretendem unfreiwilligem Urinabgang bietet es sich an, saugfähige Inkontinenz-Slips oder Einlagen für die Unterwäsche zu tragen. Diese Hilfsmittel saugen die Feuchtigkeit auf und speichern sie, so dass der Patient vor Nässe geschützt ist. Auch verhindern sie die Geruchsbildung. Dennoch sollte nach jedem Harnverlust falls möglich eine Reinigung erfolgen, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass die Haut mit dem scharfen Urin in Berührung kommt.
Falls der Patient dazu fähig ist, sollte er sich selbst säubern. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Reinigung des Intimbereichs in der Dusche durchzuführen, falls der körperliche Zustand des Patienten es erlaubt. Natürlich ist nicht immer eine Ganzkörperdusche notwendig, da sie die Haut zu sehr austrocknen würde. Ist der Betroffene pflegebedürftig, so ist eine Reinigung unter der Dusche meist nicht möglich. Dann muss der Intimbereich mit Waschlappen und Wasser gesäubert werden. Vor allem bei der Frau sollte darauf geachtet werden, den Intimbereich immer von vorn nach hinten zu säubern, damit keine Bakterien aus dem Darm in die Scheide gelangen und dort zum Beispiel eine Blasenentzündung hervorrufen. Nicht immer ist die Verwendung von Seife sinnvoll, da sie die Haut austrocknen kann.
Nach jedem Einnässen sollte baldmöglichst eine Reinigung erfolgen.
Eincremen der Haut
Die Haut im Intimbereich, die sowieso sehr empfindlich ist, sollte nach der Reinigung möglichst eingecremt werden, auch wenn dies einen zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet. Doch um so geringer ist die Gefahr der Austrocknung und der Anfälligkeit gegen den hautschädigenden Urin. Besonders bettlägerige, pflegebedürftige Patienten sind von Druckgeschwüren bedroht, die sehr tief in das Gewebe eindringen und großen Schaden verursachen können. Die Haut älterer Menschen wird zudem weniger gut durchblutet, was sie auch anfälliger für Infektionen macht. Die Haut dieser Patienten bedarf daher einer besonders intensiven Pflege.
In vielen Fällen reicht es schon aus, wenn die Haut nach der Reinigung mit einer Babycreme gepflegt wird. Vor dem Eincremen muss die Haut aber gut abgetrocknet werden, damit die Creme einziehen kann. Verträgt der Patient eine Salbe nicht, sollte eventuell unter Zurateziehung des Arztes das Produkt gewechselt werden. Zu erkennen sind allergische Reaktionen zum Beispiel an einer Rötung oder an Juckreiz.

Toilettentraining
Zu Beginn gehen die Patienten tagsüber etwa alle zwei Stunden zur Toilette und versuchen, ihre Blase zu entleeren. Den Toilettengang führen die Patienten durch, egal ob sie nun einen Harndrang verspüren oder nicht. Im weiteren Schritt werden die Zeitabstände zwischen den Toilettengängen dann allmählich jede Woche verlängert, um eine Toilettenrhytmus von etwa 4 Stunden zu erhalten. Natürlich ist dieser Rhythmus stark von der Trinkmenge und vom Schweregrad der Inkontinenz des Betroffenen abhängig. Mit diesem Verhalten soll der Patient zu einer gewissen Regelmäßigkeit kommen und Verantwortung für seine Blasenfunktion übernehmen. Auch anerkennende Worte vom Pflegepersonal haben einen günstigen Einfluss auf das Gelingen des Toilettentrainings. Hilfreich ist es, wenn die Betroffenen zur Unterstützung ein Miktionsprotokoll führen, in der sie die Trinkmenge und die Blasenentleerung eintragen. So werden Erfolge schneller sichtbar.

Da ich das selbst entworfene Miktionsprotokoll nur in Tabellenform vorliegen haben verweise ich auf einen alternativen Link: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Beckenbodengymnastik
Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Drücken Sie die Lendenwirbelsäule beim Ausatmen sanft auf die Unterlage. Spannen Sie dabei den Unterbauch an und drücken Sie das Steißbein in Richtung Schambein. Lockern Sie Ihre Muskulatur beim Einatmen wieder.
Legen Sie sich auf den Rücken und heben Sie die Beine locker hoch in die Luft, bis über das Gesäß. Die Knie sind leicht gebeugt, atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Lassen Sie ihre Fußgelenke kreisen oder bewegen Sie Ihre Beine, als würden Sie langsam Fahrrad fahren.
Die Wirkung dieser Übung lässt sich steigern, indem Sie Ihr Becken durch ein Kissen oder
mit den eigenen Fäusten anheben.
Gehen Sie auf die Knie, beugen Sie sich vornüber und stützen Sie sich mit den Händen auf. Heben Sie langsam beide Knie gleichzeitig vom Boden ab und atmen Sie dabei kräftig aus. Dann senken Sie ihre Knie wieder, bis sie den Boden berühren. Wiederholen Sie diese Übung vier- bis fünfmal. Zur Entspannung können Sie sich zwischendurch auf die Unterarme stützen und den Kopf auf die Arme legen.
Setzen Sie sich auf einen Hocker oder auf ein Reiskissen (15 x 15 cm, Füllung 180 Gramm Reis) und atmen Sie entspannt. _ Spannen Sie beim Ausatmen die Beckenbodenmuskulatur an, als wollten Sie die Reiskörner nach oben saugen. Führen Sie Ihre Hand zur Kontrolle beim Ausatmen vom Bauch aus nach oben und beim Einatmen wieder nach unten.
Setzen Sie sich wieder auf einen Hocker. Ziehen Sie das rechte Knie mit beiden Händen leicht an den Oberkörper und halten Sie es einige Sekunden fest. Lassen Sie das Knie plötzlich los,
und strecken Sie ihre Arme in Siegerpose seitlich nach oben. Atmen Sie dabei ruhig weiter.
Nach ein paar Sekunden Halten setzen Sie das Bein wieder ab.

Triggern
Durch das Reizen von Reflexzonen, meistens durch Beklopfen des Unterbauchs, kann der Reflex zur Entleerung einer spastischen Blase ausgelöst werden. Die meisten Patienten sind inkontinent und müssen deshalb ein Kondomurinal tragen. Diese Methode wurde früher häufig mit einer Schließmuskeleinkerbung kombiniert, sie wird heute nur noch selten angewandt, hat aber bei Hochgelähmten immer noch ihre Berechtigung.


Gruß

Christian


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