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 Betreff des Beitrags: Bitte um hilfe
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jun 2018, 19:52 
Hallo
Ich brauch mal Hilfe
Mein sehr guter Freund 49 hatte vor einer Woche einen Schlaganfall und lag damit 5 Tage in seiner Wohnung
Jetzt ist er schon in einer reha Klinik und ich besuche ihn jeden tag weiß aber nicht wie ich mich verhalten soll
Seine rechte Seite und sein sprachzentrum ist gelähmt
Manchmal ist er irgendwie bei mir und lächelt mich auch an aber oft starrt er irgendwo hin
Heute hat er sogar den Stuhl den ich neben sein Bett gestellt hab weggeschoben und ich habe das so verstanden das er mich nicht bei sich haben wollte
Könnt ihr mit Tips geben wie ich mit ihm umgehen soll
Soll ich wirklich gehn wenn er so ist oder doch einfach bei ihm bleiben
Danke schon mal
Meli


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 Betreff des Beitrags: Re: Bitte um hilfe
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jun 2018, 20:50 
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Liebe Meli,

ich spekuliere mal...

Für deinen Freund ist es sicher sehr schwer, mit seiner plötzlichen Erkrankung und den damit verbundenen Einschränkkungen fertig zu werden. Es ist ja auch noch gar nicht sicher, wieviel und was dauerhaft bleiben wird und da zuversichtlich zu sein ist und zu bleiben ist für ihn eine große Aufgabe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er dein Freund gegenüber zwischen dem Wunsch schwankt, jemanden trotz Krankheit und Einschränlungen weiter an seiner Seite zu wissen und dem Gefühl, dich nicht durch dein Mitleid binden zu wollen. Er wird sicher selbst noch hadern und sich kaum vorstellen können, dass du nicht nur aus Pflichtgefühl handelst.

Das allerdings solltest du dich selbst auch fragen: besuchst du ihn jeden Tag, weil dir wirklich etwas daran liegt oder fühlst du dich moralisch verpflichtet? Wenn du deinen Freund beistehen willst auch wenn sich die Bedingungen ändern, dann zeige es ihm einfach durch Beständigkeit. Mit der Zeit werdet ihr Wege dann zur Verständigung finden können und du musst nicht mehr nur erraten, was seine Wünsche sind.

Grüße

Maria

_________________
Ich (08/50) kümmerte mich um meine Tochter (01/72, verstorben 05/14, MS, Pflegestufe 3), die mit 24 Stunden-Assistenz finanziert durch ein persönlichen Budget nach dem Arbeitgebermodell in ihrer eigenen Wohnung lebte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bitte um hilfe
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jun 2018, 22:21 
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Beiträge: 854
Wohnort: Raum München
Geschlecht: männlich
Hallo Meli,

als ich vollständig gelähmt, durch künstliche Beatmung unfähig zu sprechen, auf der Intensivstation lag waren mir anfangs Besuche verhasst weil die Krankheit meine ganze Aufmerksamkeit vereinnahmte. Jeder Besuch war für mich eine Störung welche mich überforderte.

Das Klinikpersonal gestattete daher nur Besuche von einer Person und nur kurzzeitig. Sobald sie an den Überwachungsgeräte störende Abweichungen feststellten wurde der Besuch weggeschickt.
Diese Phase war schließlich nach einiger Zeit vorbei und ich konnte mehr auf Besucher eingehen.

Trotzdem zweifelte ich wie mein weiteres Leben ablaufen könnte. Werde ich ein Dauerpflegefall bleiben oder mein Leben wieder eigenständig führen können. Daher war mir unklar welche Rolle meine Mitmenschen für mich in Zukunft haben werden. Durch stete Weiterentwicklung konnte ich mit der Zeit meine Situation und damit auch meine Zukunft positiver sehen.

_________________
K u r t
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Single mit Z.n. Guillain-Barré-Syndrom 11/07, Z.n. Neuritis vestibularis 10/16. Schwerbehindert G + B


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 Betreff des Beitrags: Re: Bitte um hilfe
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 17. Jun 2018, 08:32 
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Treffpunkt Legende
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Registriert: 06.2008
Beiträge: 13677
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: weiblich
Hallo Meli,

es hat gedauert bis man bei meinem Mann feststellte dass er sich nur an wenig erinnern konnte.Er hat das gut überspielt aus Scham oder warum auch immer.Bist du sicher dein Mann hat sonst keine Defizite ausser der Lähmung und Sprache. Die Sprache, wir haben heute noch Probleme wenn die Worte nicht richtig kommen.Manchmal verzweifelt er noch aber wir haben da unsere Möglichkeiten ausgeweitet mit zeigen und zu Anfang mit dem Langenscheidt OhneWörterBuch: 650 .Bekommst in jedem Buchladen bestellt oder bei Amazon.Die Bilder sind eigentlich für Reisende im Ausland wen man die Sprache nicht kann aber es hat uns prima geholfen.
Ansonsten hilft nur viel Geduld und auch Nachsicht. Dein Freund muss sich in dieser neuen Welt erst zurecht finden.
:girlwinke:

_________________
Liebe Grüße Grizi


Grizi und Harald 60J. + 62 J.- Harald hatte eine Hirnblutung 07 erlitten, Hemiplegie rechts, Aphasie, Pflegestufe 3 ,hat gute Fortschritte in den letzten Jahren gemacht.


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