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 Betreff des Beitrags: Welche Versicherten können Betreuungsleistungen beanspruche
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Jun 2008, 12:26 
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Welche Versicherten können ab 01.07.2008 monatlich 100 Euro / 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen beanspruchen?

Heute haben wir für Sie folgenden Artikel in den Downloadbereich unserer Homepage gestellt:
http://www.bad-ev.de/download.php

Pflegereform: Mehr Leistungen für Menschen mit Demenz
"Die Änderungen und neuen Kriterien der Begutachtungs-Richtlinien"
von Uwe Brucker, Fachgebietsleiter Pflegerische Versorgung, MDS, Essen

Die wichtigsten Regelungen im Überblick:
Im Begutachtungsverfahren wird zunächst ein "Screening" durchgeführt, in dem die folgenden Punkte auf Auffälligkeit geprüft werden: "Orientierung", "Antrieb/Beschäftigung", "Stimmung", "Gedächtnis", "Tag-/Nachtrhythmus", "Wahrnehmung und Denken", Kommunikation/Sprache", "Situatives Anpassen" und "Soziale Bereiche des Lebens wahrnehmen". Mindestens eine Auffälligkeit, die ursächlich auf demenzbedingte Fähigkeitsstörungen, geistige Behinderung oder psychische Erkrankungen zurückzuführen ist, muss vorliegen und hieraus muss ein regelmäßiger und dauerhafter (voraussichtlich mindestens sechs Monate) Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf resultieren.

Ist dies der Fall, wird ein "Assessment" zu den folgenden 13 Punkten durchgeführt:

Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen/ potenziell gefährdenden Substanzen
Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression
Um den Grundbetrag in Höhe von 100 Euro monatlich beanspruchen zu können, müssen 2 Punkte bejaht werden, davon mindestens einer aus einem der Bereiche 1 bis 9.


Um den erhöhten Betrag in Höhe von 200 Euro monatlich beanspruchen zu können,
muss mindestens 1 weiterer Punkt aus einem der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 bejaht werden.


Wie kommt der Versicherte an den Leistungsanspruch?
Zusätzliche Betreuungsleistungen - egal ob in Höhe des Grundbetrags oder des erhöhten Betrags - sollten unbedingt vom Versicherten bei seiner Pflegeversicherung beantragt werden. Das gilt auch dann, wenn bereits Leistungen (460 Euro jährlich) bezogen werden.

Bedarf es immer einer neuerlichen Begutachtung?
Der MDS hat eine Umsetzungsempfehlung herausgegeben, nach der der Bezieher des zusätzlichen Betreuungsbetrages von bisher bis zu 460 Euro jährlich, bei denen der MDK im Rahmen einer früheren Pflegebegutachtung eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt hat ("Altfälle"), ohne weiteres - sofern sie nicht den erhöhten Betrag beantragen - den Grundbetrag von bis zu 100 Euro monatlich ohne eine neuerliche Prüfung durch den MDK erhalten.

Wird der erhöhte Betrag von bis zu 200 Euro monatlich beantragt und liegt ein früheres PEA-Assessment vor, prüft zunächst die Pflegekasse, ob in diesem Assessment die Erfüllung der erforderlichen Voraussetzungskriterien festgestellt wurde. Ist dies der Fall, gewährt die Pflegekasse, im Regelfall ohne Einschaltung des MDK, den erhöhten Betrag von bis zu 200 Euro. In Zweifelsfällen erfolgt die Vorlage beim MDK, der zunächst prüft, ob eine Entscheidung per Aktenlage möglich ist. Ist dies nicht der Fall, ist eine Begutachtung im häuslichen Umfeld zur Prüfung der Voraussetzungen des beantragten erhöhten Betreuungsbetrages erforderlich.
Wird der erhöhte Betrag von bis zu 200 Euro monatlich beantragt und liegen im früheren PEA-Assessment die Kriterien für die Gewährung des beantragten erhöhten Betreuungsbetrages nicht vor, ist in jedem Fall eine Vorlage beim MDK vorzunehmen. Über die Art der Begutachtung entscheidet der MDK. Je nach Informationslage wird eine Begutachtung nach Aktenlage oder eine Untersuchung in der häuslichen Umgebung durchgeführt.

Bei Fragen zum o.g. Thema hilft Ihnen Ihre bad - Bundesgeschäftsstelle unter der Tel.: 0201-354001 oder info@bad-ev.de gerne weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Kochanek - Hauptgeschäftsführer
Andrea Kapp, RA'in - stellv. Hauptgeschäftsführerin

Bundesverband Ambulante Dienste
und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V.
Krablerstr. 136
45326 Essen Tel.:
Fax:
Email:
Internet: 0201 - 35 40 01
0201 - 35 79 80
info@bad-ev.de
http://www.bad-ev.de

Quelle; Mitteilung vom 27.6.2008

_________________
Herzliche Grüße
Elke

Wir wollen uns alle respektieren, einander zuhören, uns gegenseitig unterstützen, motivieren – eine Gemeinschaft sein.
Elke (10/44) pflegt Gerhard (07/56),schweres SHT im Juni 95, Hemiplegie, keine Sprache, Pflegegrad 5.

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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Versicherten können Betreuungsleistungen beanspr
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Jul 2012, 09:30 
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Betreuungsleistung /eingeschränkte Alltagskompetenz

Leidet der pflegebedürftige Mensch unter einer dementiellen Entwicklung, einer geistigen Behinderung oder einer psychiatrischen Erkrankung, zahlt die Pflegeversicherung eine zusätzliche Betreuungsleistung nach §45b SGB XI bei häuslicher Pflege. Je nach Umfang der Einschränkung beläuft sich der monatliche Betrag auf 100 bzw. 200 Euro. Die Leistung wird nicht – wie das Pflegegeld – zur freien Verwendung ausgezahlt, sondern ist beschränkt auf Aufwendungen für eine Betreuung zum Beispiel: die Betreuung durch zugelassene Pflegedienste mit besonderen Betreuungsangeboten, Dienste mit anerkannten niederschwelligen Betreuungsangeboten, eine Betreuung in einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege etc.

Diese zusätzliche Betreuungsleistung eröffnet pflegenden Angehörigen zusätzliche Freiräume und dient somit als Entlastung. Ob bei der pflegebedürftigen Person eine eingeschränkte Alltagskompetenz besteht, prüft der MDK nach verschiedenen Kriterien. Die Feststellung der eingeschränkten Alltagskompetenz erfolgt unabhängig von einer Pflegestufe, das heißt diese Betreuungsleistung können auch Menschen erhalten, die (noch) keine Pflegestufe haben (Pflegestufe 0)!


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Versicherten können Betreuungsleistungen beanspruche
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Nov 2014, 21:32 
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Vorwiegend körperlich beeinträchtigte Pflegebedürftige
erhalten ab 1.1.2015 einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
Bislang hatten nur Menschen mit einer auf Dauer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz (also insbesondere an Demenz Erkrankte) einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI. Auch das wird sich jetzt grundlegend ändern: Pflegebedürftige, die stärker körperlich eingeschränkt sind – z. B. nach einem Schlaganfall – erhalten jetzt ebenfalls einen Anspruch auf entsprechende Leistungen. Damit bekommen die Betroffenen nun auch erstmals einen Anspruch auf niedrigschwellige Hilfen, d.h. sie können sich vor Ort ein Angebot suchen, das nach Landesrecht anerkannt ist, und bekommen die Kosten bis zur Höhe von 104 Euro monatlich bzw. 1.248 Euro pro Jahr erstattet. Zudem steht ihnen künftig ebenfalls die – oben bereits angeführte – Möglichkeit zu, zusätzlich maximal den hälftigen Anspruch auf ambulante Sachleistungen für solche niedrigschwelligen Angebote zu verwenden.

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


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