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 Betreff des Beitrags: Unterschiedliche PFLEGESTUFEN
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Mär 2010, 16:22 
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Pflegestufe

Unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedlich viel Hilfe. Das reicht von einmal wöchentlich baden bis zu 5 mal täglich Intimpflege nach Ausscheidung. Entsprechend gibt es drei verschiedene Pflegestufen.

Um der niedrigsten Pflegestufe I zugeordnet zu werden,
müssen durchschnittlich 90 Minuten Hilfe am Tag benötigt werden. Mit einmal wöchentlich Baden ist das nicht zu erreichen. Ob die Voraussetzungen für eine Pflegestufe und damit für Leistungen aus der Pflegekasse gegeben sind, wird individuell durch den MDK begutachtet.

Die "Schwerpflegebedürftigkeit" - Pflegestufe II beginnt,
wenn täglich durchschnittlich mindestens drei Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen. Die grundpflegerische Hilfe muss täglich zu mindestens drei verschiedenen Zeiten nötig sein. Es muss mehrmals in der Woche hauswirtschaftliche Hilfe notwendig sein.

Die "Schwerstpflegebedürftigkeit" - Pflegestufe III beginnt,
wenn täglich durchschnittlich mindestens fünf Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen und der konkrete Hilfebedarf jederzeit, auch nachts, gegeben ist (rund um die Uhr). Die schlichte Verlagerung von Pflegemaßnahmen in die Nachtstunden (22 Uhr - 6 Uhr) reicht nicht aus (die BRi dazu).

"Keine Pflegestufe" ist nicht gleichzusetzen mit "kein Hilfebedarf".
Es bedeutet nur, dass der Hilfebedarf geringer ist als regelmäßig und auf Dauer 90 min täglich (Pflegestufe 0). Die Sozialämter können auch pflegerische Hilfen übernehmen, wenn keine Pflegestufe anerkannt wurde. Es findet vorher allerdings eine Prüfung der Vermögensverhältnisse statt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegevers ... schland%29

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
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 Betreff des Beitrags:
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Apr 2010, 08:32 
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Pflegestufe 0



Die allgemeinen Voraussetzungen:


Wer eine Einstufung in eine der Pflegestufen oder ein Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung nicht erreicht, jedoch auf Dauer ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung besteht.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung hat in seinem Gutachten als Folge von Krankheit oder Behinderung Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt haben.


Liste der Voraussetzungen im Gesetz:


1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährden den Substanzen;
4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten (Anm. d. Red.: Erklärung weiter unten);
6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;
10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;
12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Entscheidend ist der tatsächliche Hilfebedarf.
Relativ sicher erfüllt sind die Voraussetzungen bei einer dieser Diagnosen:

Demenz,
Alzheimer Krankheit,
Altersverwirrtheit,
Mittel- bis hochgradiger Schwachsinn (Schwere Intelligenzminderung, Oligophrenie, Imbezillität),
Down-Syndrom (Trisomie 21, Mongolismus).

Es müssen nicht alle der genannten Voraussetzungen erfüllt sein, sondern lediglich mindestens zwei aus der Liste.
Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn der Gutachter des MDK mindestens einen der Punkte 1. - 9. dauerhaft als erfüllt ansieht, und zusätzlich einen weiteren Punkt aus der Liste. Dabei ist es nicht mehr wichtig welcher es ist, er kann auch aus den Bereichen 10. - 12. sein.

Ein erhöhter Betreuungsbedarf ist gegeben, wenn ein weites, Merkmal der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 gegeben ist. Insgesamt also drei Bedingungen erfüllt sind.

Für die Beurteilung wann die Bedingungen der Ziffern 1 bis 13 erfüllt sind existieren Vorgaben. Diese Vorgaben sind nicht die einzig möglichen, geben aber einen deutlichen Anhalt dafür, wann die Bedingungen erfüllt sind und erleichtern die Beurteilung anderer Störungen.

Die Bedingungen sind erfüllt wenn der Pflegebedürftige z.B.:

unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)

1. aus der Wohnung heraus drängt,
2. immer wieder seine Kinder, Eltern außerhalb der Wohnung sucht bzw. zur Arbeit gehen möchte,
3. planlos in der Wohnung umherläuft und sie dadurch verlässt.

Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen

1. durch Eingriffe in den Straßenverkehr, wie unkontrolliertes Laufen auf der Straße, Anhalten von Autos oder Radfahrern sich selbst oder andere gefährdet,
2. die Wohnung in unangemessener Kleidung verlässt und sich dadurch selbst gefährdet (Unterkühlung).

unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährden den Substanzen

1. Wäsche im Backofen trocknet, Herdplatten unkontrolliert anstellt ohne diese benutzen zu können/wollen, Heißwasserboiler ohne Wasser benutzt,
2. Gasanschlüsse unkontrolliert aufdreht,
3. mit kochendem Wasser Zähne putzt,
4. unangemessen mit offenem Feuer in der Wohnung umgeht,
5. Zigaretten isst,
6. unangemessen mit Medikamenten und Chemikalien umgeht (z. B. Zäpfchen schluckt),
7. verdorbene Lebensmittel isst.

tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation

1. andere schlägt, tritt, beißt, kratzt, kneift, bespuckt, stößt, mit Gegenständen bewirft,
2. eigenes oder fremdes Eigentum zerstört,
3. in fremde Räume eindringt,
4. sich selbst verletzt,
5. andere ohne Grund beschimpft, beschuldigt.

im situativen Kontext inadäquates Verhalten

1. in die Wohnräume uriniert oder kotet,
2. einen starken Betätigungs- und Bewegungsdrang hat
3. Essen verschmiert, Kot isst oder diesen verschmiert,
4. andere Personen sexuell belästigt, z. B. durch exhibitionistische Tendenzen,
5. Gegenstände auch aus fremdem Eigentum versteckt, verlegt oder sammelt,
6. permanent ohne ersichtlichen Grund schreit oder ruft.

Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen

1. Hunger und Durst nicht wahrnehmen oder äußern kann oder aufgrund mangelndem Hunger- und Durstgefühl bereit stehende Nahrung von sich aus nicht isst oder trinkt oder übermäßig alles zu sich nimmt, was er erreichen kann,
2. aufgrund mangelndem Schmerzempfinden Verletzungen nicht wahrnimmt,
3. Harn- und Stuhldrang nicht wahrnehmen und äußern kann und deshalb zu jedem Toilettengang aufgefordert werden muss,
4. Schmerzen nicht äußern oder nicht lokalisieren kann.

Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung.

1. den ganzen Tag apathisch im Bett verbringt,
2. den Platz, an den er z. B. morgens durch die Pflegeperson hingesetzt wird, nicht aus eigenem Antrieb wieder verlässt,
3. sich nicht aktivieren lässt,
4. die Nahrung verweigert.


Störungen der höheren Hirnfunktionen
(Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben

1. vertraute Personen nicht wieder erkennt,
2. mit Geld nicht oder nicht mehr umgehen kann,
3. sich nicht mehr artikulieren kann und dadurch in seinen Alltagsleistungen eingeschränkt ist,
4. sein Zimmer in der Wohnung oder den Weg zurück zu seiner Wohnung nicht mehr findet,
5. Absprachen nicht mehr einhalten kann, da er schon nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage ist sich daran zu erinnern.

Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus

1. nachts stark unruhig und verwirrt ist, verbunden mit Zunahme inadäquater Verhaltensweisen,
2. nachts Angehörige weckt und Hilfeleistungen (z. B. Frühstück) verlangt (Umkehr bzw. Aufhebung des Tag-/Nacht-Rhythmus).

Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren

1. eine regelmäßige und der Biografie angemessene Körperpflege, Ernährung oder Mobilität nicht mehr planen und durchführen kann,
2. keine anderen Aktivitäten mehr planen und durchführen kann.


Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen

1. Angst vor seinem eigenen Spiegelbild hat,
2. sich von Personen aus dem Fernsehen verfolgt oder bestohlen fühlt,
3. Personenfotos für fremde Personen in seiner Wohnung hält,
4. aufgrund von Vergiftungswahn Essen verweigert oder Gift im Essen riecht/schmeckt,
5. glaubt, dass fremde Personen auf der Straße ein Komplott gegen ihn schmieden,
6. mit Nichtanwesenden schimpft oder redet,
7. optische oder akustische Halluzinationen wahrnimmt.

labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten

zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) kann seine Entscheidung auch aufgrund der Aktenlage treffen, wenn bei der Begutachtung die erforderlichen Feststellungen bereits getroffen waren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegevers ... schland%29

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
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#3Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Apr 2010, 16:12 
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Pflegestufe 3+
Härtefallregelung entsprechend den Richtlinien (HRi) der Pflegekassen

Der Pflegeaufwand wird bestimmt durch die Art, die Dauer und den Rhythmus der erforderlichen Pflegemaßnahmen. Dieser kann sich aufgrund der individuellen Situation des Pflegebedürftigen als außergewöhnlich hoch bzw. intensiv darstellen, wenn die täglich durchzuführenden Pflegemaßnahmen das übliche Maß der Grundversorgung der Pflegestufe 3 quantitativ oder qualitativ weit übersteigen.

In besonders gelagerten Einzelfällen mit außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand, z.B. bei:

Körpergewicht über 80 kg, z.B. Einsatz eines Hebekrans,
Kontrakturen,
hochgradiger Spastik,
Endstadien von Krebs, AIDS, Mukoviszidose,
hohen Querschnittslähmungen,
apallischen Syndrom,
schwerer Demenz,
Mehrfacherkrankungen,
Fehlbildungen im Säuglings- und Kindesalter,
Schluckstörungen während der Hilfe zur Nahrungsaufnahme,
stark eingeschränkter Sinneswahrnehmung,
starken Schmerzen,
Zustand nach schweren Schädel-Hirn-Verletzungen,
pflegebehindernden räumlichen Verhältnissen,
kardiopulmonal bedingt eingeschränkter Belastbarkeit, usw.

können Sie eine Einstufung als Härtefall und daher zusätzliche Pflegesachleistungen beantragen.

Die Sachleistung der Pflegekasse bei dieser Einstufung beträgt:

bei häuslicher Pflege 1.918,-- € monatlich,
bei teilstationäre Tages- und Nachtpflege 1.918,-- € monatlich,
bei vollstationärer Versorgung 1.918,-- € monatlich.

Voraussetzungen

Erfüllung der Kriterien der Pflegestufe 3
Grundpflege: mehr als 240 Minuten
Gesamtpflegezeit (inklusive Hauswirtschaft): mindestens 300 Minuten
Hilfebedarf Rund-um-die-Uhr

Ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand liegt vor, wenn:

Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für mindestens 6 Stunden täglich, davon mindestens dreimal in der Nacht erforderlich ist. Bei Pflegebedürftigen in vollstationären Pflegeeinrichtungen wird auch die auf Dauer bestehende medizinische Behandlungspflege berücksichtigt.

oder:

die Grundpflege für den Pflegebedürftigen auch des Nachts nur von mehreren Pflegekräften gemeinsam (zeitgleich) erbracht werden kann.
Das zeitgleiche Erbringen der Grundpflege des Nachts durch mehrere Pflegekräfte erfordert, dass wenigstens bei einer Verrichtung tagsüber und des Nachts neben einer professionellen Pflegekraft mindestens eine weitere Pflegeperson, die nicht bei einem Pflegedienst beschäftigt sein muss (z. B. Angehörige), tätig werden muss.

Zusätzlich muss ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung erforderlich sein.

Diese Härtefallregelung darf bei jeder einzelnen Pflegekasse auf nicht mehr als 3 % der bei ihr versicherten Pflegebedürftigen der Pflegestufe III, die häuslich gepflegt werden, angewendet werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegevers ... schland%29

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

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