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 Betreff des Beitrags: Wenn Weihnachten Tränen fließen
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Dez 2008, 20:32 
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Wenn Weihnachten Tränen fließen - gut, dann ist es eben so



Viele Trauernde fragen sich in diesen Wochen, wie sie die Weihnachtstage, an denen alle um sie herum feiern und fröhlich sind, überstehen können. Viele Hinterbliebene fürchten Feiertage geradezu.



Und doch ist das Problem zu bewältigen. Dabei kommt es darauf an, einen Plan zu haben, sagen Experten, die sich im trauernde Menschen kümmern. Elsie Baker zum Beispiel berät Trauernde in Ohio. Ihr eigenes schweres Schicksal veranlaßte sie dazu, sich zu engagieren: 1974 verlor sie ihren Sohn, 1983 ihre Tochter. Beide Kinder starben an Mukoviszidose. „Selbst wenn man denkt, dass man über den Berg ist, bricht die Trauer in den Feiertagen wieder durch“, sagt Baker. „Deshalb muß man sich vorbereiten. Zwar gibt es nichts, was einem allen Schmerz nimmt, aber man kann sich selber stärken und helfen.“ Es komme darauf an, dass man den Toten ehrt, ihn in das Fest integriert, sagt Baker. „Und die Menschen um einen herum müssen das auch wissen. Die meisten meinen, sie würden einem Trauernden helfen, wenn sie sich so verhalten, als habe der Verstorbene nie existiert. Das ist jedoch das schlimmste, was man tun kann“.



Während der Feiertage neigten die meisten Menschen dazu, von einem Gefühl des Verlusts übermannt zu werden oder zu versuchen, dieses Gefühl zu verdrängen, meint ein Psychologe. „Doch je stärker man versucht, dieses Gefühl zu unterdrücken, desto stärker drängt es sich einem auf“. Besonders in Familien mit Kindern komme es darauf an, sagt er, „dass man beides tut: man muß in der Lage sein, sich an den Verstorbenen zu erinnern, der ja immer noch Teil der Familie ist, und man muß auch nach vorne sehen können und in der Lage sein, die Tage mit dem Rest der Familie zu feiern“. Die Experten raten, sich des Verstorbenen besonders zu erinnern. Dies kann zum Beispiel durch einen Besuch des Grabes mit kleinen Geschenken wie Kerzen, Bäumchen, Laternenhaus, Blumen etc. oder durch ein Gespräch geschehen. „Am besten, man erzählt ein paar Geschichten von früher, betet oder erinnert sich einfach. Wenn dabei Tränen fließen oder sich jemand aufregen sollte -nun gut, dann ist das eben so“. Dann allerdings komme es darauf an, sich dem nächsten Teil des Tages zuzuwenden. „Am besten, man grenzt den Abschnitt der Trauer klar ein“, raten die Experten. Baker sagt, dass es ein gutes Gefühl sei, an Weihnachten stark und lange zu weinen. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sich an Weihnachten freut, aber auch weint“.



Es sei auch wichtig, die Feiertage auf eine andere Art und Weise zu begehen als gewohnt, Weihnachten zum Beispiel in einer anderen Wohnung oder in einem anderen haus als üblich zu feiern. Man kann die Hauptmahlzeit zu einer anderen Zeit ein-nehmen oder die traditionelle Speisenfolge ändern. Hat man früher mit der Familie gesungen, hört man sich heute vielleicht nur Schallplatten an. Man geht vielleicht für eine Stunde zur einsamen Nachbarin und be-schenkt sie. Am Heiligen Abend und/oder an den Feiertagen spazierengehen ist eine wohltuende Ausweichmöglichkeit und unsere Gedanken haben freien Lauf. All diese Formen der Variation des Vertrauten sind symbolisch dafür, dass das Leben weitergeht und man den Blick nach vorn richtet. Der Psychologe meint: „Die Feiertage sind keine Aufforderung, dem Leben zu entfliehen. Sie sind eine Aufforderung, das zu akzeptieren, was den Alltag ausmacht. Statt vor dem Leben davonzulaufen, sollen wir uns an den Feiertagen ins Leben vertiefen. Wir sollen unsere Beziehungen zu Freunden und Familienangehörigen stärken und uns mit den Dingen beschäftigen, die wirklich wichtig sind“.



Marianne Jockwig-Beuck

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Herzliche Grüße Elke
Elke (10/44) und Gerd (07/56)
Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, hirnorganisches Psychosyndrom , Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

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Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
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.


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