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 Betreff des Beitrags: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Jun 2012, 08:12 
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Angeklagter wollte sein Mutter durch Tod "erlösen"

Der 26-Jährige hat die Frau nach sieben Jahren im Wachkoma getötet
Braunschweig (dapd). Er wollte seine seit sieben Jahren im Wachkoma liegende Mutter durch den Tod "erlösen". Für die Tat, die nach seiner Überzeugung ganz im Sinne des Opfers geschah, muss sich seit Mittwoch ein 26-Jähriger vor dem Braunschweiger Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die Frau Anfang des Jahres in einem Pflegeheim mit einem Handtuch erstickt zu haben. Die Mutter hatte seit einem Reitunfall in Italien im Jahr 2004 im Wachkoma gelegen.
.... weiter lesen unter
http://www.welt.de/newsticker/news3/art ... oesen.html

_________________
Herzliche Grüße
Elke
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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Jun 2012, 08:13 
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Sohn tötete Mutter aus Mitgefühl - sie war seit 8 Jahren im Koma

Weil Jan H, seine im Koma liegende Mutter „erlösen“ wollte und am 3. Januar dieses Jahres tötete, muss er sich seit Mittwoch im Landgericht Braunschweig verantworten. Der 26-jährige Hildesheimer hat seiner Mutter (47) die Hand gehalten, ihr eine Kindergeschichte vorgelesen - und dann ihre Beatmungskanüle gezogen und sie zusätzlich erstickt. Er ist überzeugt, dass es ihrem Willen entsprach – eine Patientenverfügung hatte die damals 40Jährige nicht hinterlegt.
Die Komapatientin lag seit einem Reitunfall vor acht Jahren zur „funktionserhaltenden Dauerpflege“ in einem Heim, wurde künstlich beatmet und ernährt. Heimleitung, Arzt und Betreuerin lehnten bei einem Gespräch im März 2011 jede Form der Sterbehilfe - durch Behandlungsabbruch, fälschlicherweise „aktive“ Sterbehilfe genannte - entschieden ab.
Der Angeklagte habe nicht länger ertragen können, seine Mutter in kompletter Hilflosigkeit, röchelnd und mit verkrampften Händen anzusehen und zu wissen, dass er gar nichts dagegen machen könne. Er - der bereits selbst einen Suizidversuch unternommen hatte - habe es nicht fertiggebracht dem Rat anderer zu folgen, seine Mutter doch endlich zu vergessen. Pflegekräfte bezeugten, er sei bei Besuchen „sehr liebevoll“ mit ihr umgegangen.
Der Angeklagte verteidigte seine Tat, er würde es wieder machen. Für das Heim sei seine Mutter nur zahlungskräftige Klientin gewesen, auf die man nicht hätte verzichten wollen. Ein Mensch habe aber "auch ein Recht darauf, in Frieden zu ruhen".

Quellen:
http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norde ... Mitgefuehl
http://www.abendblatt.de/region/nieders ... oesen.html
Siehe auch:
http://www.patientenverfuegung.de/humanes-sterben

Quelle: Mitteilung vom 02.06.2012
Humanistischer Verband Deutschland - Landesverband Berlin-Brandenburg e. V.

http://www.hvd-bb.de
http://www.patientenverfuegung.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Jun 2012, 11:01 
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Das ist Mord und sollte auch genau so bestraft werden.


Grüsse
Ingo

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Ingo ( 02/68 ) pflege meine Frau Christine ( 06/69 ), Hirnblutung, Hirnstammkompression, Hirngewebeentfernung und Hemicraniektomie nach Schlaganfall im Juni 2008, mit anschliessendem Wachkoma, Aphasie, Tetraplegie, Dysphagie, LP-Shunt, PEG, Pflegestufe 3+, pflege seit Mai 2009 zu Hause (kein Pflegedienst)
Mein Baby gehört zu mir, ist das klar ?
--------------------------
Versuche nicht Dinge zu ändern die Du nicht ändern kannst
sondern ändere lieber die die Du ändern kannst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Jun 2012, 10:20 
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Sohn tötet Mutter im Wachkoma - Haftstrafe gefordert

Der Mann hatte seine seit sieben Jahren im Wachkoma liegende Mutter getötet.
Jetzt fordert die Staatsanwaltschaft mehrere Jahre Haft.

Braunschweig. Drei Jahre und sechs Monate Haft hat die Staatsanwältin am Dienstag vor dem Braunschweiger Landgericht für einen 26-Jährigen gefordert, der nach seiner Aussage seine seit sieben Jahren im Wachkoma liegende Mutter getötet hat. Der Verteidiger hielt eine Bewährungsstrafe für angebracht. Beide Juristen gingen in ihren Plädoyers von einem minderschweren Totschlagsfall aus. Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag gestanden, eine Kanüle aus der Luftröhre seiner Mutter gezogen und ihr Nase und Mund zugehalten zu haben. Die Frau war seit einem Reitunfall 2004 nicht mehr ansprechbar und hatte zahlreiche Leiden. Die Ärzte hielten eine Besserung für so gut wie ausgeschlossen.

mehr ....
http://www.abendblatt.de/hamburg/polize ... rdert.html

_________________
Herzliche Grüße Elke
Elke (10/44) und Gerd (07/56)
Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, hirnorganisches Psychosyndrom , Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Jun 2012, 21:25 
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Mir fehlen fast alle Worte
Es zeigt wie krank unsere Gesellschaft mit Menschen im Wachkoma umgeht, wie isoliert sie und ihre Angehörigen sind. Wieso sollte der Sohn die Mutter vergessen?
Die "Ärzte" wer ist das sind die auf aktuellem Wissensstand. In meinen Augen eine sehr verzweifelte Tat eines jungen Menschen, dessen Trauma nicht verarbeitet wurde, dem niemand geholfen hat, seine Mutter so anzunehmen wie sie war ...
Mord ist trotzdem und brutal dazu. In Frieden ruhen ist anders und ersticken ein furchtbarer Tod.
Ich glaube immer noch: wer gehen will, macht sich auch selber auf den Weg!

_________________
Ehemann 2008 hypoxischen Hirnschaden nach Reanimation; anschließendes sogenanntes "Wachkoma" MCS, Reha und Pflegeheim, seit Oktober 2010 wieder zu Hause, Unterstützung durch Pflegekräfte, PEG-mit selbstgekochter Kost,TK, kein Blasenkathether mehr, Pflegestufe 5, zwei Töchter


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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Jun 2012, 21:43 
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Das war ja auch der Grund warum ich den Bericht im Fernsehn über Reiner hab machen lassen. Weil ich es auch nicht ertagen kann das die menschen im Wachkoma in Einrichtungen von der Öffentlichkeit fern gehalten werden als wenn sie garnicht Existieren würden.Als Angehöriger wird man auch isoliert und mit allem allein gelassen.


grüsse Mäggi

_________________
Liebe Grüße
Mäggi

Mein Mann Reiner liegt seid dem 17.10.2007 im Wachkoma.
Lungenembolie, Reanimation dadurch Wachkoma. Seid 15.11.2012 wieder zu Hause.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frau im Wachkoma sollte durch Tod "erlöst" werden
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Jun 2012, 09:14 
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Sohn heute wegen Tötung verurteilt - er wollte seine Mutter erlösen

Sohn verurteilt - Wille der Mutter im Koma konnte ohne Patientenverfügung nicht ermittelt werden.
Koma und Gehirnschädigung: Kein automatisches Mitspracherecht von Angehörigen!


Braunschweig. Ein 26-Jähriger ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine seit sieben Jahren im Koma liegende Mutter getötet hat. Kein Fall von Sterbehilfe, stellte das Gericht fest, welches sich allerdings tief bewegt zeigte. Die Patientin hatte sich bei einem Reitunfall irreversible Gehirnverletzungen zugezogen, musste als Pflegeheimbewohnerin künstlich beatmet und ernährt werden.
„Es ist kein Fall von Sterbehilfe“, stellte Richter Polomski klar. Die Frau ( 48 ) habe zwar vollständig ihr Bewusstsein verloren, und die Ärzte seien nicht mehr von einer Besserung ausgegangen. Dennoch hätte sie noch viele Jahre leben können. Auch ein straffreier Behandlungsabbruch, bei dem einer Krankheit ihren Lauf gelassen wird, liege nicht vor…

mehr ....
http://www.dorstenerzeitung.de/nachrich ... 54,1673649

Angehörige wie hier der Sohn haben keinerlei (automatisches) Mitspracherecht gegenüber dem Arzt oder Pflegeheim:
http://www.stern.de/gesundheit/angehoer ... 40002.html


Gericht ging ins Pflegeheim

Um sich ein eigenes Bild zu verschaffen, sei das Gericht in ein Pflegeheim gegangen. „Wir waren sehr erschüttert“, sagte er. Es sei ein Versuch gewesen, zu verstehen. Das Schicksal der Patienten und der Angehörigen habe die Kammer sehr bewegt. Die Familien müssten zudem oft monatliche Belastungen von mehreren tausend Euro aufbringen. Hier sei die Solidargemeinschaft gefragt, meinte er. :girlgruebeln:

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Herzliche Grüße Elke
Elke (10/44) und Gerd (07/56)
Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, hirnorganisches Psychosyndrom , Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

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