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 Betreff des Beitrags: Oh je, bin in so vielen Foren
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Okt 2009, 19:42 
Hallo ihr Lieben,

eigentlich bin ich hier richtig. Doch, dann denke ich immer, vielleicht ist es besser, wenn ich meine Umstände einfach verdränge. Das ist jedoch nicht immer gut.

Ich habe gelernt, allein zu leben, das meiste mit mir selbst auszumachen und mich nur um das Wohlergehen meines LG zu kümmern.

Kehlkopfkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt... ich weiß manchmal nicht, wie ich das alles überhaupt geschafft habe. Aber irgendwie habe ich alles hinbekommen.

Den Menschen, den du geachtest und vertraut hast, zu dem du aufgeblickt hast, aufeinmal eine Hülle, ein Kind, manchmal kommt etwas, doch nicht für lange.

Lernen, ihn einfach so zu nehmen, wie er jetzt ist. Zu merken, jetzt versteht er dich nicht, wie bringst du ihm bei, mehr Infos zu erhalten, ohne ihn zu verletzen?

Das Leben weitergehen lassen, unbemerkt, so als wäre alles normal. Jeden Tag zu kämpfen, nicht zu schimpfen, wenn er wieder mal meinen PC in den Sand gesetzt hat, die Heizungen voll aufgedreht hat, fremde Leute nett in die Wohnung zu bitten oder aber Teile vom Haushaltsgeld für nette Lieferanten auszugeben, weil sie soooo nett waren.

Die Richterin stetig im Nacken, die Erfolge sehen will oder was auch immer, wo es keine Erfolge mehr gibt. Es tut weh, wenn der Staat dir nicht traut, wo du doch alles machst, jeden Weg gehst, ohne zu fragen, ohne zu murren, ohne an dich selbst zu denken.

Wünsche zu erfüllen und dich zu freuen, wenn du dieses strahlende Lächeln siehst, du hast ihn verstanden!! Und darüber freut er sich mehr als über die daraus entstehende Wirkung.

Dich zu freuen, wenn er etwas möchte oder sich etwas wünscht, weil du denkst, du bist auf dem richtigen Weg, doch dann zu erkennen, es sind nur Erinnerungen, die er hervorkramt und nicht wünscht, sondern als Selbstverständlichkeit seines neuen/alten Lebens sieht.

Zu erkennen, mehr kommt nicht, mehr geht nicht. Wenn Freude kommt, kommt am nächsten Tag mindestens ein Rückschlag!

Doch trotzdem niemals aufgeben, jede Sekunde zu geniessen und alles herauszuholen, was nur geht.

Denn der, der da jetzt vor dir steht, ist und war, der, den du geliebt hast - ohne Ende!

Und du liebst weiter - mehr als früher - ja viel mehr! Was früher Partnerschaft war, ist heute Pflege, sich hingeben, hinnehmen und jeden Tag einfach nur geniessen. Nicht nachdenken, sondern hoffen, dass es noch viele Jahre gibt...

Und so treibe ich mich in Foren herum und gebe mich nicht preis.

Ich glaube, ich traue mir nicht zu, mich einfach fallen zu lassen und mal wirklich zu sagen, was ich fühle.

Man denkt immer, man ist normal, wenn man nicht über Krankheiten spricht oder über Gefühle.

Meine Kollegin sagte einmal zu mir: "Ich kann dich jeden Tag fragen, wie es ihm oder dir geht, ob es euch gut geht. Das hilft dir aber nicht, du hast die Ar...karte gezogen!"

Okay!

Da sie nicht die Gefühle aufbrachte, hat sie selbst hinterher einige Male zu spüren bekommen, dass sich solche Worte wohl nicht lohnen.

Gottes Mühlen mahlen langsam - aber gerecht!!

Oh je, jetzt habe ich euch aber zugelabert. Egal!

Aber ich glaube, ich brauchte das gerade mal...

Eure Gitta


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#2Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Okt 2009, 20:26 
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Du "laberst uns nicht voll". Du stehst täglich unter Druck und irgendwo muss man den Dampf mal ablassen können. Das ist doch einer der Gründe, weshalb wir uns hier treffen. Hier sind Menschen, die ähnliches erleben und entsprechend verstehen können.

Magst du dich im Forum registrieren und vorstellen? Dort würdest du sicher mehr Echo bekommen, denn hier im Gästebereich so ganz öffentlich schreiben viele nicht gern.

_________________
Liebe Grüße
- Ingeborg -


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#3Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Okt 2009, 13:19 
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genau... "laber" ruhig weiter. raus mit dem seelenmüll. wie ingeborg sagte... meld dich doch einfach mal an. vielleicht hilft es schon zu lesen, wie andere damit umgehen?


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#4Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Okt 2009, 23:26 
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Hallo Gitta,

ich denke du bist die "Traurige"

schwarzes-brett/ist-nun-mal-t4398.html


Warum konnte dir in den vielen Foren nicht geholfen werden?

_________________
Herzliche Grüße Elke
Elke (10/44) und Gerd (07/56)
Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, hirnorganisches Psychosyndrom , Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


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#5Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Okt 2009, 20:41 
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Hallo gitta,
bin erst seit heute hier und lese mich durch die Seiten.Nachdem ich ( 55 ) Deine Zeilen gelesen habe, weiß ich das es meinem Mann und dadurch auch mir doch noch" gut" geht .Mein Mann ( 64 ) hat Parkinson und Demenz. Da er gute Medikamente bekommt, geht es momentan gut. Haben aber auch schlechte Zeiten und ich frage mich,wie Du es schaffst dieses ganze Leiden zu erleben .
Ich fühle mit Dir ,bleib stark denn Dein Mann braucht Dich.
Bin nicht so wortgewannt und ich hoffe das ich mich richtig ausgedrückt habe.

Liebe Grüße Renate


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh je, bin in so vielen Foren
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Aug 2011, 20:25 
Wollte mich wenigstens nochmal melden.

Mein geliebter Feli ist am 14.11.2010 von mir gegangen. Was vorher passierte, durchläuft mich heute wie ein schwarzer Schleier. Dass falsche Krankenhaus? Mal eben so schnell eine Punktion der Lunge machen? Mal eben so sehen, dass das Wasser genauso schnell nachläuft? Notärzte, die mir vorschrieben, in welches Krankenhaus er gebracht wurde, damit wieder Punktion erfolgen kann?
Ein Körper der mit den Salztabletten nicht mehr fertig wurde? Heimliches Trinken von Wasser, obwohl es streng verboten war? Ein Mensch, der vor Durst dem Wahnsinn nahe war und auch octenisept trank, nur um etwas feuchtes an der Kehle zu spüren? Ärzte, die mir sagten, er muss vernünftig sein?
Ein Körper, der ausmergelte, da sie bei Durchfall sofort die Nahrung einstellten?

Er starb, weil sein Herz nicht mehr konnte oder wollte. Er starb, weil sein behandelnder Arzt ihn wohl aufgegeben hatte, er lächelte mich an, als ich ihn am Samstag verliess und ihn fragte, ob er morgen noch da ist, er verstarb, als ich am Sonntag morgen sein Zimmer betrat. Reinkommen und dahinscheiden...
Es sind Dinge, die ich niemals in meinem Leben vergessen werde!

Und zwischen der Trauer melden sich die Kinder und wollen Geld aus der klitzekleinen Lebensversicherung. Kinder, die ihren Vater verraten und verlassen haben. Aber jetzt wittern sie ein oder auch zweitausend Euro und schon erinnern sie sich.

Und zwischen der Trauer musst du deine Wut bekämpfen, deine Gefühle sind ein Karussell und du weißt nicht, ob du morden oder lieber sterben möchtest.

Mein Bruder hat mir eine Backpfeife verpasst, weil ich ihm sagte, ich würde gern tot sein, damit die Erbfolge unterbrochen ist. Wie kann man seinen Vater verleugnen - ganze 22 Jahre lang, aber wenn es ums Erbe geht, findet man ihn wieder?

Und zwischen all dem Ärger muss ich doch meine Trauer erleben, die so tief sitzt, dass ich sie nicht fassen kann. Manchmal kann ich gar nicht atmen, so tief sitzt sie. Ich hätte nie, niemals gedacht, das einem ein Mensch so fehlen kann, dass es wehtut. Es ist keine Schnittwunde, auf die man Salbe träufelt und spürt schnell Besserung, nein, sie schneidet nur ins Herz und die Stiche sind so tief und kein Arzt, kein Institut oder sonstwas kann dich vor ihnen retten. Du erlebst sie jeden Tag und deine Narkose ist der Schlaf. Und du bist dankbar, wenn der Schlaf dich erreicht, denn dann erlebst du Erinnerungen, die du längst verdrängst hast und irgendwann merkst du, dass du an ihnen festhältst, denn du hast ja nichts anderes mehr!

Ich wünsche allen Kämpfern des Lichts weiterhin die Kraft, die Liebe und die Geduld!
Ihr könnt noch kämpfen, ich habe verloren...

Liebe Grüße

Gitta


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh je, bin in so vielen Foren
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Aug 2011, 20:55 
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Zitat:
Ich wünsche allen Kämpfern des Lichts weiterhin die Kraft, die Liebe und die Geduld!
Ihr könnt noch kämpfen, ich habe verloren...

Liebe Gitta,
Du hast verloren, aber nicht nur..... Irgendwann legt sich Deine "Wut", der Schmerz wird allerdings bleiben. Deine Erfahrungen, Deine Kämpfe haben Dich stark gemacht und werden Dir helfen, Dein Leben alleine zu schaffen.
Auch ich habe vor 2 Jahren den Kampf verloren, aber ich habe mich nicht aufgegeben, sondern es macht mich zufrieden und glücklich, das ich hier im Forum meine Erfahrungen weitergeben kann und den Mitglieder bei ihren Kämpfen helfen, trösten oder auch nur zuhören kann.
Edda

_________________
pflegte meinen Mann Axel, 57 J., Krebs, Pflegestufe II, verstorben am 22.7.2009,
selber Brustkrebs im "grünen" Bereich, 50% Schwerbehinderung wegen Bandscheibenvorfall.


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