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 Betreff des Beitrags: Bekannte mit multipler Erkrankung - Betreuer-Pflege-Wohnen?
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Dez 2013, 13:06 
Hallo an alle,

vor längerer Zeit habe ich hier im Forum Informationen gesucht und gefunden zum Thema Pflege nach Schlaganfall. Damals war meine Mutter betroffen, die Situation hat sich, auch dank der Hilfe, die ich hier im Forum erhalten habe, entspannt und geklärt. Dafür nochmal danke :girlherzblink:

Heute suche ich Hilfe zu einem mindestens gleich komplizierten Thema.
Wahrscheinlich wird der Text länger, ich bitte gleich um Nachsicht :-)
Auch bitte ich drum, meinen Post an den richtigen Ort zu verschieben, da ich nicht weiss, ob der hier richtig ist.

Es geht um eine Bekannte meines Mannes, 53 Jahre alt, die seit mehreren Jahren alleine lebt.
Vorgeschichte, vielleicht wichtig für die Beurteilung:
Als diese Frau ca. 18 Jahre alt war, hat sich ihr Vater das Leben genommen.
Vor ungefähr drei Jahren verstarb ihr Lebensgefährte in Folge von exzessivem Drogenmissbrauch.
Nach Auskunft von jemanden, der ihn gut kannte, hat er "ungefähr alles konsumiert, was es an Drogen gab".
Auch seine damalige Partnerin war Drogen und Alkohol nicht abgeneigt, was genau sie konsumiert hat, ist uns nicht bekannt.
Der Lebenspartner war, so muss man es leider bezeichnen, außerdem ein Soziopath und psychisch krank.
Er behandelte Menschen sehr schlecht, hat seine Freundin psychisch und wahrscheinlich auch physisch mißhandelt.
Ich denke, warum sie trotzdem bei ihm geblieben ist, brauchen wir nicht zu diskutieren, eine logische Erklärung wird man nicht finden...
Das Sterben des Lebenspartners in der Klinik war wohl recht dramatisch. Seine eigene Mutter musste wohl entscheiden, ob die minimal lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet werden sollen. Sie entschied sich dafür.
Die Lebenspartnerin, siehe oben (Bekannte meines Mannes) war zu dieser Zeit auf Grund eines akuten Blinddarmdurchbruches selbst in der Klinik und konnte nicht bei ihrem Freund sein.
Heute beurteilt sie den Vorgang so, dass die Mutter ihren Sohn loswerden wollte!...

Anfang diesen Jahres verstarb nun die Mutter dieser Bekannten an Krebs. Sie war die letzte Bezugsperson dieser Bekannten, sie hat keine Verwandten hier (die Schwester lebt in USA) und keinerlei Freunde. Ihr Leben drehte sich immer nur um ihren Freund, der wohl alles bestimmte, was gemacht wurde.

Vor ungefähr zwei Monaten wandte sich nun diese Bekannte an meinen Mann mit der Bitte um Hilfe - weil er der einzige weit und breit ist, von dem sie sich noch Hilfe erhoffen konnte.
Da mein Mann ein sehr gutherziger Mensch ist, kümmert er sich seitdem mit um ihre Belange.

Die Situation eskalierte vor einigen Wochen, da diese Bekannte gravierend erkrankte.
Sie leidet schon seit mehreren Jahren (!) an einer fortschreitenden Lähmung erst eines, dann beider Beine.
Sie war wohl einmal deswegen in ärztlicher Behandlung, es wurde aber die Ursache der Lähmung nicht geklärt, weil sie sich weiterer Behandlung entzog.
Es kam nun aktuell eine Entzündung der Blase/Nieren hinzu und eine dramatische physische Verschlechterung.
Vor einigen Tagen noch konnte sie überhaupt nicht mehr ihre Beine bewegen, es ging einfach nichts mehr.
Sie ist nun in der örtlichen Uniklinik und wird dort komplett auf den Kopf gestellt.
Alles wird und wurde untersucht, Blut, Urin etc., CT, Wirbelsäule, usw. Es steht noch eine Untersuchung des Liquor an.
Wesentlich kompliziert wird alles durch den psychischen Zustand dieser Frau.
Nach unserer Einschätzung leidet sie an einer psychischen Störung, möglicherweise manisch-depressiv.
Sie wechselt zwischen sehr positiven Momenten und extrem negativen Zuständen. Sie vermutet hinter fast jedem Menschen jemanden, der ihr schaden möchte, der sie umbringen möchte (!), der sie in die Psychiatrie einliefern möchte, etc. Die Wohnungsgesellschaft, die ihr die Wohnung vermietet, will sie vergiften oder zumindest loswerden.
Die Ärzte machen mit ihr Experimente...usw.

Mit ihr zu kommunizieren, ist sehr, sehr schwierig. Es gelingt meinem Mann nur (meistens), weil er diese Person schon lange und sehr gut kennt. Er ist der einzige, der momentan zu ihr einen guten Zugang hat.

Nun, aber seine Leidensfähigkeit ist auch begrenzt, so auch meine.
Insbesondere, da mein Mann auch schon vor einigen Jahren einen psychischen Zusammenbruch hatte und seitdem auf sich mehr achten muss.
Er führt ständig Gespräche mit den Ärzten und Schwestern, wir besorgen alle Dinge des täglichen Lebens, Kleidung, etc., waschen die verschmutzte Kleidung (weil das im Krankenhaus anscheinend nicht geht?).
Er muss bei fast jedem Besuch auf die Bekannte beruhigend einreden, weil sie entweder aggressiv ist oder ständig am weinen. Ihr psychischer Zustand wechselt von Tag zu Tag, auch innerhalb eines Tages.

Nun komme ich endlich mal zu meiner Frage (sorry :-))
An wen kann man sich wenden, um eine Betreuung zu finden, die sich dieser Frau annimmt?
Ich denke, hier ist eine engmaschige psychologische Betreuung erforderlich, aber auch Hilfe im Alltag und Pflege.
Wenn ihr Zustand sich nicht sehr wesentlich bessert, wird sie in ihrer bisherigen Wohnung nicht bleiben können, da diese 1. für einen Rollator oder Rollstuhl zu klein ist 2. im zweiten Stock liegt 3. nicht normal beheizbar ist.
Sie lebte bisher von Harzt IV, durch eine kleine ererbte Summe ist sie derzeit dort rausgeflogen (jaa, da sind sie sehr schnell damit!)
Ich bin der Meinung, dass sie, zumindest eine Zeit lang, einen Betreuuer braucht, der sich ihr annimmt und Dinge für sie erledigt, regelt und entscheidet.
Dies wird mein Mann nicht übernehmen können, da dies seine seelische Leistungsfähigkeit sprengt.

Die Klinik meinte wohl schon: Sie brauchen dann Pflege - aber das müssen Sie wohl erstmal selbst finanzieren!
Meine Befürchtung ist, dass die Frau aus der Klinik entlassen wird, sobald sie etwas krabbeln kann und gut ist.
Heute sagten sie, dass wahrscheinlich keine OP ansteht (auch wenn sie noch nicht wissen, was sie überhaupt hat) demnach könnte sie auch keine Reha beantragen!
Ist das wirklich so?

Wir haben die fürchterliche Vorstellung, dass sie entlassen wird, wenn die schlimmsten Symptome beseitigt sind und wir dann die einzigen sind, die sich kümmern! Das würden wir nicht lange überstehen...

Ich würde mich über Meinungen dazu sehr freuen, beantworte auch gerne noch Fragen.
Danke fürs Lesen :girldenken:

Argiope


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 Betreff des Beitrags: Re: Bekannte mit multipler Erkrankung - Betreuer-Pflege-Wohnen?
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 14. Dez 2013, 01:45 
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Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sie entlassen wird, ohne, dass eine häusliche Betreuung und Pflege sichergestellt ist.
Wenn die Bekannte sich darum nicht selbst kümmern kann, wird sicherlich ein Betreuungsverfahren angestrebt werden.

Ich arbeite in einer Einrichtung für u.a. ähnlich betroffene Menschen.

Fast alle sind irgendwie bei uns untergebracht worden (durch psychiatrische Kliniken, Ordnungsamt, Polizei etc.).

_________________
Kümmerte mich um Schwiegermutter (*1929-2015) mit Demenz und arbeite Teilzeit in einem kleinen Pflegeheim.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bekannte mit multipler Erkrankung - Betreuer-Pflege-Wohnen?
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 14. Dez 2013, 11:45 
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In der Situation sollte sich dein Mann ganz schnell an den Sozialdienst der Klinik wenden und die
Lage schildern. Dort muss das Wissen und die Erfahrung fuer weitere Hilfen vorhanden sein. Oft informieren engagierte Stationen die Soz.Arb. schon, wenn sie den Eindruck haben, dass Patienten nach KH weiter Hilfe brauchen.
Es gibt auch Beratungsstellen fuer psychisch Erkrankte und ihre Angehoerigen. Und nicht zuletzt die sozialpsychiatrischen Dienste bei den Gesundheitsaemten (ist bei uns in Hessen so organisiert). Ob die Betreeungsgerichte beim Amtsgericht auch Beratung machen weiss ich aber nicht.

_________________
Liebe Grüße Claudia

Claudia (12/57), ich pflegte 8 Jahre meinen Lebensgefährten (6/53) nach seiner Hirnblutung PS III, mit Unterstützung durch Tagespflege und ambulanten Pflegedienst zu Hause. Dabei war ich die meiste Zeit in Vollzeit berufstätig. Herbert ist am 23.09.2014 plötzlich verstorben.
Ich lebe mein Leben vorwärts, aber vieles verstehe ich erst in der Rückschau


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 Betreff des Beitrags: Re: Bekannte mit multipler Erkrankung - Betreuer-Pflege-Wohnen?
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Dez 2013, 19:03 
Danke Claudia, für deine Antwort!

Mit dem sozialen Dienst der Klinik haben wir schon Kontakt. In Vergangenheit hatten wir mit dem sozialen Dienst gute Erfahrungen (z.B. als meine Mutter den Schlaganfall hatte), aber diesmal sind wir an einen geraten, der sich nicht gerade ein Bein ausreißt. Z.b. hat er einfach mal so in den Raum gestellt, dass eine Reha sicherlich nicht möglich wäre, weil die Patientin keine OP gehabt hätte. Das kann ich so überhaupt nicht glauben. Denn wenn sich herausstellt, dass sie eine chronisch-rheumatische Erkrankung hat, vielleicht sogar Lupus oder dergleichen, ist doch eine Reha unbedingt notwendig, um sie wieder zu mobilisieren, sowohl körperlich, als auch psychisch?
Außerdem war die Situation vor der Einlieferung in die Klinik sehr kritisch, sicherlich hätte sie keine Woche überlebt, wenn man sie nicht endlich überzeugt hätte, in die Klinik zu gehen...

Viele Grüße
Argiope


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 Betreff des Beitrags: HILFE! Bekannte soll zum 30.12. hilflos entlassen werden!
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Dez 2013, 16:13 
Hallo an alle,

ich würde mich freuen, wenn noch jemand von euch einen Tipp für mich hätte.
Ich bin momentan so was von zornig auf diese ganzen Instanzen, durch die man sich kämpfen muss!

Der aktuelle Stand unserer Bekannten ist, dass sie "wahrscheinlich" eine entzündliche Erkrankung des ZNS hat. Mehr Diagnose können die Ärzte derzeit nicht stellen, obwohl sie die Patientin schon rundum auf den Kopf gestellt haben.
Immer noch heißt es, dass es leider keine Begründung gibt, eine Reha folgen zu lassen, dafür müsste man eine Diagnose haben!
Nun möchten sie unsere Bekannte spätestens in einer Woche einfach nach Hause entlassen, ohne dass ihre Pflege in irgendeiner Weise gesichert ist! Sie lebt in einer Wohnung im 2. Stock ohne Aufzug, sie hat nur eine Kabinendusche im Flur stehen, sonst kein Bad. Sie kann nicht alleine laufen (!), sie hat kein Pflegebett, keinen Rollstuhl, keine Laufhilfe - könnte diese aber sowieso nicht nutzen. Die Wohnung ist zu klein und vollgestellt, mit einem Rollstuhl könnte man sich nicht bewegen. Sie kann immer noch nicht alleine auf die Toilette gehen!
Der Mensch vom sozialen Dienst sagt immer nur zu meinem Mann:"Ja, die Situation ist wirklich kompliziert, ich kann ihre Sorgen verstehen!" - Dieser Typ kann froh sein, dass ich noch nicht bei den Besprechungen dabei war :zensiertrot:
Er wird in keiner Weise tätig, er sagt immer nur: ja, dann müsste Ihre Bekannte in ein Pflegehotel (????), ja, dann müsste sie einen Pflegeantrag stellen, sie müsste dann bei der Krankenkasse anrufen, damit die einen Antrag schicken, sie muss dies, sie muss das...Er tut ÜBERHAUPT NICHTS!

Ich drehe wirklich langsam durch und meinem Mann geht es psychisch schon richtig schlecht.
Wir haben die Vorstellung, dass diese Frau nach Hause entlassen wird und keiner sich darum kümmert, dass sie dann in ihrer Wohnung dahinvegetiert, zumal sie ja auch psychisch nicht in Ordnung ist.

Hat jemand einen Rat für mich? Wohin kann man sich noch wenden? Patientenvereinigung? Gesundheitsamt?

Ratlose Grüße :greensmilies161:

Argiope


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 Betreff des Beitrags: Re: Bekannte mit multipler Erkrankung - Betreuer-Pflege-Wohnen?
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Dez 2013, 17:56 
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Hallo argiope,

einige gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Versicherten eine Beratung an, in der über Möglichkeiten der Nachbetreuung informiert wird.

Den sozial-psychiatrischen Dienst einschalten, das wäre m. E. auch eine Möglichkeit.

_________________
Herzliche Grüße
Elke
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Sorgen von der Seele schreiben.
Erfahrungen miteinander austauschen.
Gegenseitig unterstützen, Mut machen und Trost spenden.


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