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 Betreff des Beitrags: Wiederholungsbegutachtung nach dem Pflegeversicherungsgesetz
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Mai 2011, 06:23 
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Höherstufungs- und Wiederholungsbegutachtungen


Bei vielen Pflegebedürftigen nimmt der Hilfebedarf im Laufe der Zeit zu. Dann stellen sie in der Regel einen Antrag auf eine höhere Pflegestufe. Oder die Gutachter des MDK haben bei ihrem Erstgutachten bereits eine erneute Begutachtung empfohlen.

Bei den ambulant gepflegten Pflegebedürftigen der Stufe I stellten die MDK-Gutachter im Jahr 2009 in 49,5 Prozent der Höherstufungs- bzw. Wiederholungsbegutachtungen fest, dass der Hilfebedarf jetzt der nächst höheren Pflegestufe entsprach. Bei ambulant gepflegten Pflegebedürftigen der Stufe II mit Höherstufungs- bzw. Wiederholungsbegutachtung waren es 2009 ca. 41,1 Prozent, die nach der erneuten Begutachtung durch den MDK eine höhere Pflegestufenempfehlung erhielten.

Diese Tendenz ist im stationären Bereich noch stärker ausgeprägt: 74,4 Prozent der Pflegestufe-I-Empfänger und 63,2 Prozent der Pflegebedürftigen mit Pflegestufe II hatten in der Höherstufungs- bzw. Wiederholungsbegutachtung einen Hilfebedarf, der der nächst höheren Pflegestufe entsprach.

In einer Reihe von Fällen empfehlen die Gutachter des MDK auch eine niedrigere Pflegestufe. Bei ca. sechs Prozent der Pflegebedürftigen (ambulant und stationär) hat sich der Hilfebedarf sogar so verringert, dass die Voraussetzungen für Leistungen der Pflegeversicherung nicht mehr gegeben sind.

In einer Vielzahl der Fälle wird die niedrigere Pflegestufe aber deshalb empfohlen, weil der oder die Pflegebedürftige bestimmte Verrichtungen auch mit Anleitung und Unterstützung nicht mehr durchführen kann. Dann muss die Pflegeperson diese Verrichtungen teilweise oder vollständig übernehmen, wodurch sich der Zeitaufwand für die Hilfeleistung verringert.

Fundstelle:
http://www.mds-ev.de/Pflegebegutachtung_Ergebnisse.htm




Siehe auch hier:
http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/a ... htung.html

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Herzliche Grüße
Elke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wiederholungsbegutachtung nach dem Pflegeversicherungsge
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Mai 2011, 06:24 
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Wiederholungsbegutachtung nach dem Pflegeversicherungsgesetz

Das Bundessozialgericht hat sich in seinem Urteil vom 13. März 2001 – Aktenzeichen B 3 P 20 / 00 R – mit der Frage befasst, inwieweit eine Ausnahme von der Wiederholungsbegutachtung nach § 18 Absatz 2 Satz 5 SGB XI (=Gesetzliche Pflegeversicherung) möglich ist.

Streitig war, ob die beklagte Pflegekasse berechtigt war, die der Klägerin nach der Pflegstufe II gewährte Pflegegeldzahlung wegen Verweigerung einer Nachuntersuchung einzustellen. Die Klägerin leidet an einer angeborenen Querschnittslähmung und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Seit März 1993 erhielt sie auf der Grundlage eines sozialmedizinischen Gutachtens des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Pflegegeld. In dem Gutachten wurde der Klägerin Schwerpflegebedürftigkeit wegen einer neuro-orthopädischen Dauerbehinderung bescheinigt, bei der Besserungsmöglichkeiten nicht erkennbar seien. Deshalb werde auch keine Nachuntersuchung empfohlen. Nachdem sich die Klägerin seit 1996 wiederholt einer erneuten Begutachtung durch den MDK widersetzt hatte, stellte die Beklagte die Zahlung des Pflegegeldes im Jahre 1998 ein.

Das Bundessozialgericht gab der Klägerin recht, weil diese nicht verpflichtet gewesen sei, sich erneut ärztlich untersuchen zu lassen. Entgegen dem Wortlaut des § 18 Absatz 2 Satz 5 SGB XI rechtfertige ein gewisser Zeitablauf allein noch nicht die Anordnung einer Wiederholungsbegutachtung. Aufgrund des mit der Untersuchung verbundenen Eingriffs in die Privatsphäre des Versicherten sei es erforderlich, dass zumindest die Möglichkeit bestehe, dass die Voraussetzungen für eine "vollständige oder teilweise" Aufhebung des Leistungsbewilligung eingetreten sein könnten. Bezeichne der MDK - wie hier - im Erstgutachten eine Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten als aussichtslos und rate er deshalb zum Verzicht auf eine Nachuntersuchung, dürfe die Pflegekasse eine Wiederholungsbegutachtung allein wegen Zeitablaufs nicht anordnen.

Fundstelle:
http://www.bvkm.de/0-10/recht,wichtige_ ... htung.html

Bundessozialgericht vom 13. März 2001- Aktenzeichen B 3 P 20 / 00 R

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Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
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 Betreff des Beitrags: Re: Wiederholungsbegutachtung nach dem Pflegeversicherungsge
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Apr 2012, 07:58 
Hallo Elke,

nach 24 Jahren mit kompl. Querschnittslähmung und 17 Jahre Pflegestufe 3
soll ich nun eine Nach- Wiederholungsbegutachtung erfahren!?

Gibt es da was neues oder aktuelles um das zu vermeiden?

Liebe Grüße Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Wiederholungsbegutachtung nach dem Pflegeversicherungsge
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Apr 2012, 18:37 
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Hallo Lutz,

entschuldige bitte, dass ich dir erst jetzt antworte.
Ich war aus persönlichen Gründen verhindert.

Leider ist mir nichts Neues und kein weiteres Urteil bekannt.

Hast du 1995 ein neues Pflegegutachten bekommen und was steht dort wegen einer erneuten Begutachtung drin??

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Herzliche Grüße
Elke


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