Aktuelle Zeit: 15. Dez 2017, 03:38

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


 

  Navigation

  Suche



Erweiterte Suche


Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 411

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags:
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Jan 2010, 08:46 
Offline
Treffpunkt Profi
Benutzeravatar

Registriert: 09.2009
Beiträge: 4994
Wohnort: frankfurt
Danke gegeben: 0
Danke bekommen: 7x in 7 Posts
Geschlecht: weiblich
24 Stunden als Pflegebedürftiger allein Zuhause.

7:30 Uhr
ich höre Lärm auf der Straße, Hupen, quietschende Reifen, ein Martinshorn. Niemand kommt in mein Zimmer, ich liege regungslos auf meinem Bett. Wie sehr wünschte ich mir, dass mal jemand kommt und sich nach mir erkundigt. Auf ein „Guten Morgen“ muß ich schon seit einer Woche verzichten, Andrea, meine Tochter wohnt ja in München. Jetzt muß ich aber aufstehen, ich muß mal zur Toilette. Unter Schmerzen quäle ich mich mühsam aus dem Bett. Wo hab ich nur meine Pantoffel gelassen? Mein Stock ist umgefallen, wie komm ich nur an ihn dran? Wenn doch bloß jemand da wäre, der mir einen Toilettenstuhl an s Bettende schiebt, dann müsste ich nicht die 5 m zur Toilette laufen. Die Socken bleiben heute aus, ich komm nicht mehr an meine Füße. Dann muß ich eben barfuss in die Schuhe. Mühsam quäle ich mich nun zur Toilette. Mist. Ich kann s nicht mehr halten. Der Urin läuft mir am Bein herunter. Iiii, ekelig die nasse Unterhose. Saubere hab ich nicht mehr im Schrank, konnte ja lange nicht mehr waschen. Also bleibt die alte, nasse an. Sie trocknet ja wieder. In zwei Tagen kommt ja Andrea, sie hat angerufen. Wie gut, dass das Waschbecken direkt neben der Toilette ist. So kann ich mir wenigstens das Gesicht waschen. Das Handtuch sieht zwar nicht mehr besonders aus, aber bis Andrea kommt, muß es gehen. Mühsam ziehe ich mich am Waschbecken hoch, das Stehen fällt mir sehr schwer. Es ist noch etwas Toilettenpapier da und so kann ich mir den gröbsten Schmutz vom Gesäß abwischen. Wenn es verschmiert, macht das nichts, sieht ja eh keiner. Meinen Po waschen fällt aus, ich komm ja nicht richtig dran. Das kann Andrea machen, wenn sie übermorgen kommt.

8:30 Uhr
Die Nachbarin hat mir zwei Brötchen gebracht und im Plastikbeutel an die Tür gehängt, ich kann mich ja nicht mehr richtig bücken. Die hole ich mir jetzt zum Frühstück. Langsam gehe ich in die Küche und setze mich erst mal auf einen Stuhl zum Verschnaufen. Es ist noch etwas Margarine da. Für Butter langt meine kleine Rente ja nicht. Auf dem Tisch liegt noch das Messer vom letzten Frühstück. Ist zwar noch ein Rest Margarine und Marmelade dran, aber Geschirr spülen hab ich gestern nicht mehr geschafft. Ich kämpfe mit dem Brötchen. Das Messer ist stumpf und will einfach nicht ins Brötchen zum zerschneiden. Endlich hab ich eine auseinander gerissene Masse in der Hand, die lecker duftet. Die Brötchen sind tatsächlich frisch. Etwas Margarine draufschmieren und den Rest Marmelade. Furchtbar, wie schlecht man an die Marmelade kommt durch die kleine Öffnung im Glas. Den Schimmel auf der Marmelade sehe ich schon nicht mehr, meine Brille kann ich wieder mal nicht finden. Ich setze Wasser auf den Herd, um mir eine Tasse Kaffee zu kochen. Wie gut, dass es heute so was Neumodisches wie löslichen Kaffee gibt. Braucht man nicht mehr aufzubrühen. Einfach einen Löffel Pulver in die Tasse, heißes Wasser drüber und umrühren. Da ist ja noch der Kaffeelöffel von gestern. Sieben Tage dasselbe Frühstück, dazu einen Becher Kaffee.

9:00 Uhr
nun sitze ich in der Küche auf meinem Stuhl. Überall liegen alte Zeitungen, auf dem Tisch steht schmutziges Geschirr. Die Spüle ist randvoll. Ich habe einfach nicht mehr die Kraft, hier aufzuräumen. Ich mache das Radio an. Einen Fernseher kann ich mir nicht leisten.

10:00 Uhr
Inzwischen habe ich die Kaffeetasse zur Hälfte ausgetrunken. Der Rest ist kalt geworden. Durst verspüre ich nicht. Ich sitze am Küchentisch, meinen Kopf auf dem rechten Arm aufgestützt und hänge meinen Gedanken nach. Bis auf das Radio ist es still im Haus. Die Nachbarn sind auf Arbeit. Der Lärm von der Straße dringt zu mir herauf, aber viel bekomm ich nicht mehr mit. Meine Ohren haben nachgelassen.

11:00 Uhr
Was gibt es heute zum Mittagessen? Ich brauch mir keine Sorgen drum machen. Meine Tochter Andrea hat für mich „Essen auf Rädern“ bestellt. Die sind immer pünktlich. Ich weiß schon was es gibt. Das Gleiche wie gestern – jedenfalls vom Geschmack her. Ist jeden Tag gleich außer, es gibt mal was Gebratenes. Das schmeckt dann anders. Ich kann nicht verstehen, warum die immer so viel bringen. Hab doch schon oft gesagt, dass mir das zu viel ist. Hat aber nichts genützt.

12:00 Uhr
endlich kommt Leben ins Haus, das Essen wird gebracht. Es klingelt und ich schleppe mich zur Tür. Ein gestresster Mann gibt mir den Behälter und fragt, ob ich den von gestern mitgeben will. Ich bitte ihn, ihn selbst aus der Küche zu holen, weil mir doch das Gehen so schwer fällt. Schnell ist er wieder weg, ich gehe zurück in die Küche und setzte mich erst mal. Die Suppe kenn ich schon von gestern. Eigentlich ist die immer gleich, nur dass sie manchmal etwas anders aussieht. Da hat sie genau so gerochen und geschmeckt. Sie ist wie immer lauwarm. Als Hauptgericht gibt es Schinkennudeln – die haben gesagt, ich solle die im Backofen noch mal warm machen. Lass ich aber, ist mir zu mühsam. Auf den Nachtisch freu ich mich immer besonders. Mal gibt es einen Becher Joghurt, mal frisches Obst. Wie immer esse ich mein Mittagessen ohne zu trinken. Andrea hat wohl gesagt, ich solle viel trinken. Aber immer nur Wasser? Tee aufschütten hab ich schon lange nicht mehr gemacht. Mal etwas anderes kaufen? Die Getränke sind mittlerweile so teuer geworden, das kann sich ja keiner mehr leisten. Ich selbst komme ja gar nicht mehr aus dem Haus. Und die Nachbarin immer fragen – das mag ich auch nicht. Ich würde so gerne mal wieder einen Saft trinken, doch meine kleine Rente geht für Medikamente und das Essen auf Rädern drauf. Man stelle sich das mal vor, ein Mittagessen kostet mittlerweile schon 7,50 €.

13:00 Uhr
Außer dem Weg zur Tür, um das Essen rein zu holen, hab ich mich noch nicht vom Küchentisch fortbewegt. Zur Toilette musste ich auch noch nicht. Hab zum Glück nicht viel getrunken. Jeder Weg ist doch so mühsam. Da ist es besser, nicht so viel zu trinken. Es ist immer noch still im Haus, bis auf mein Radio. Aber bald wird es lebendig, dann kommen die Kinder aus der Schule und stürmen mit Gebrüll die Treppen hinauf. Wie gut, dass ich nicht mehr so gut hören kann. Das wäre sonst alles zu viel für mich.

14:30 Uhr
Ich bin eingenickt am Küchentisch. Habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Das Aufstehen fällt mir nun noch schwerer als heute Morgen durch das lange Sitzen. Ich gehe dennoch ans Fenster und sehe hinaus. Nichts, was mich interessiert. So setze ich mich wieder an den Tisch und wische ein wenig mit der Hand vor mir hin und her. Ich glaube, ich muß mal zur Toilette. Die Hose soll nicht wieder nass werden wie heute morgen. Hat ja doch ne Weile gedauert, bis sie wieder trocken war. So quäle ich mich eben nach nebenan zur Toilette.

15:00 Uhr
nun sitze ich wieder in der Küche, draußen scheint die Sonne und es ist sehr warm. Durch das Fenster sehe ich die Häuserfront auf der anderen Straßenseite. Ich würde so gerne mal in den Park um die Ecke gehen, doch wie soll ich dort hinkommen? So sitze ich nun weiter an meinem Platz vor dem Küchentisch, an dem ich schon seit heute Morgen sitze. Ich trinke aus einem schmutzigen Glas einen Schluck Wasser. Durst verspüre ich eigentlich immer noch nicht.

16:00 Uhr
ich sitze immer noch an meinem Platz am Küchentisch und das seit heute Morgen, ich bin müde und nicke ein. Ab und zu schrecke ich auf, weil ich auf die Seite gerutscht bin.

17:00 Uhr
Es ist Abendbrotszeit. Großen Hunger verspüre ich nicht. Es ist noch ein halbes Brötchen vom Morgen da. Ich schütte mir noch eine Tasse Kaffee auf, auch wenn ich danach wieder mal nicht richtig schlafen kann. Aber es ist einfach. Ich stochere noch in den Resten des Mittagessens herum. Meine Medikamente habe ich wieder mal nicht eingenommen. Vergessen. Andrea wird bestimmt wieder schimpfen. Ich weiß immer nicht, was ich wann einnehmen soll, obwohl sie mir das so gut aufgeschrieben hat.

18:00 Uhr
obwohl ich den ganzen Tag nicht viel gemacht habe und immer wieder eingenickt bin, fühle ich mich richtig müde. Ich sollte zu Bett gehen. Aber selbst das Aufstehen hierzu fällt mir zu schwer.

19:00 Uhr
jetzt endlich raffe ich mich auf und schleppe mich zu mein Bett. Es ist immer noch so, wie ich es heute morgen verlassen habe. Den Geruch im Schlafzimmer spüre ich nicht. Da fällt mir ein, dass ich besser jetzt noch mal zur Toilette gehe, damit ich in der Nacht nicht aufstehen muß. Endlich ist auch das geschafft. Bin ich froh, wieder zu liegen. Ich kann zwar kaum schlafen, hab ja den ganzen Tag gedämmert. Aber das macht mir auch nichts mehr aus. Ich hatte wieder mal einen anstrengenden Tag.

19:30 Uhr
Die Sonne scheint mit ihren letzen Strahlen über die Dächer der Häuser von gegenüber in mein Schlafzimmer. Die Jalousie ist nur halb unten, sie klemmt irgendwo. Ich muß meine Tochter Andrea mal bitten, da was zu machen. Ich liege noch lange wach.

2:00 Uhr
als ich endlich eingeschlafen bin, werde ich durch laute Sirenen aus dem Schlaf gerissen, unter meinem Fenster gab es einen Unfall und Polizei und Krakenwagen rücken mit Martinshorn an. Ich versuche zu schlafen, aber es will nicht gelingen.

3:00 Uhr
schon wieder werde ich aus dem Schlaf gerissen. Ich weiß nicht, was mich geweckt hat. Aber ich kann nicht mehr einschlafen.

5:30 Uhr
Die Berufstätigen machen sich auf den Weg zur Arbeit. Der Lärm unten auf der Straße nimmt von jetzt an ständig zu.

Und wieder beginnt ein neuer Tag

7:30 Uhr
ich höre Lärm auf der Straße, Hupen, quietschende Reifen, ein Martinshorn. Niemand kommt in mein Zimmer, ich liege regungslos auf meinem Bett. Wie sehr wünschte ich mir, dass mal jemand kommt und sich nach mir erkundigt. Auf ein „Guten Morgen“ muß ich schon seit einer Woche verzichten, Andrea, meine Tochter wohnt ja in München. Jetzt muß ich aber aufstehen, ich muß mal zur Toilette. Unter Schmerzen quäle ich mich mühsam aus dem Bett. Wo hab ich nur meine Pantoffel gelassen? Mein Stock ist umgefallen, …

gefunden im Internet

_________________
liebe grüße elisabeth
Elisabeth (05/48) + Franz (01/31),
Demenz seit 1997, Diagn. Alzheimer 2002, PS III, geh-+stehunfähig, kein freies Sitzen, Sprachzerfall, oft kein Erkennen mehr, Schluckstörungen, ungenüg. Nahrungsaufnahme, PEG, Parkinson, Diabetes II, Lactoseintoleranz, kompl. Inkontinenz, keine Psychopharmaka


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Jan 2010, 10:06 
Offline
Treffpunkt Experte
Benutzeravatar

Registriert: 12.2009
Beiträge: 3903
Wohnort: Niedersachsen
Danke gegeben: 0
Danke bekommen: 87x in 85 Posts
Geschlecht: weiblich
Meine Güte, was geht es mir doch gut, ich habe zwar auch nur eine
kleine Rente und ich weiß noch nicht so genau wie ich damit zurecht
komme. Aber ich habe Kinder in der Nähe, die sich um mich kümmern
und liebe Nachbarn und Euch.
So wie diese Frau möchte doch keiner leben, aber ich denke es ist
kein Einzelfall.
Man kann sich eigentlich gar nicht so recht vorstellen das es so etwas
gibt, das ist doch kein Leben.
Das hat mich schon sehr berührt.
Liebe Grüße, Anneliese!

_________________
Anneliese
Erkrankte 2006 an Enzephalites ungeklärter Herkunft,
2008 erkrankte Ehemann an Lungenkrebs, er verstarb im Oktober 2009

Das Licht der Liebe ist stärker
als der Schatten des Todes


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Jan 2010, 20:15 
Offline
aktives Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 01.2010
Beiträge: 359
Wohnort: Augsburg
Danke gegeben: 0
Danke bekommen: 0x in 0 Post
Geschlecht: männlich
Die Geschichte ist natürlich fürchtbar. Wäre sie echt, würde ich sagen, solcher Patient hätte sich im Pflegeheim besser gefühlt als zu Hause.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Jan 2010, 21:45 
Offline
Treffpunkt Legende
Benutzeravatar

Registriert: 06.2008
Beiträge: 17274
Wohnort: Niedersachsen
Danke gegeben: 205
Danke bekommen: 434x in 370 Posts
Geschlecht: weiblich
Die Mehrgenerationenhäuser sind da gar nicht so schlecht.Da muß niemand isoliert leben und man hilft sich gegenseitig. Vermutlich sind da die Mieten auch teurer. :-|

_________________
Liebe Grüße Grizi


Grizi und Harald 60J. + 62 J.- Harald hatte eine Hirnblutung 07 erlitten, Hemiplegie rechts, Aphasie, Pflegestufe 3 ,hat gute Fortschritte in den letzten Jahren gemacht.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Jan 2010, 22:12 
Offline
Treffpunkt Profi
Benutzeravatar

Registriert: 12.2008
Beiträge: 4865
Wohnort: NRW
Danke gegeben: 40
Danke bekommen: 141x in 93 Posts
Geschlecht: weiblich
Andrej hat geschrieben:

vorausgesetzt, zu Hause ist jemand bereit, um Pflegebedürftigen zu kümmern.


Das sehe ich ganz genauso.

Es wird natürlich solche wie in dem Text beschriebenen Fälle geben und das ist sehr traurig.

Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen, auf der Grundlage der Heime die ich kennengelernt habe, ist der Text da oben dennoch an manchen Stellen ein Hohn.
Darin geht es vorallem nicht um eine Person die zuhause schlecht gepflegt wird von den Angehörigen, sondern um eine Person, für die sich kein Mensch interessiert (auch Andrea nicht.). Für mich absurd dann davon zu reden, dass die Pflege zuhause nicht so gut sein kann wie im Heim (wenn der Text wirklich auf dieser Idee basiert) - es findet im o.g. Beispiel schlichtweg keine Pflege statt.
Und natürlich ist diese Person im Heim besser aufgehoben.

_________________
Kümmerte mich um Oma (04/1919) verstorben 04/2009
und Opa (11/1918) verstorben 05/2013


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 1. Feb 2010, 07:49 
Offline
Treffpunkt Legende
Benutzeravatar

Registriert: 06.2008
Beiträge: 29330
Wohnort: Berlin
Danke gegeben: 1142
Danke bekommen: 1613x in 1288 Posts
Geschlecht: weiblich
erra hat geschrieben:
Darin geht es vorallem nicht um eine Person die zuhause schlecht gepflegt wird von den Angehörigen, sondern um eine Person, für die sich kein Mensch interessiert (auch Andrea nicht.). Für mich absurd dann davon zu reden, dass die Pflege zuhause nicht so gut sein kann wie im Heim (wenn der Text wirklich auf dieser Idee basiert) - es findet im o.g. Beispiel schlichtweg keine Pflege statt.
Und natürlich ist diese Person im Heim besser aufgehoben.


Gute Pflege lässt sich doch aber auch zu Hause sicherstellen - ohne Angehörige.

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 1. Feb 2010, 11:01 
Offline
Treffpunkt Profi
Benutzeravatar

Registriert: 12.2008
Beiträge: 4865
Wohnort: NRW
Danke gegeben: 40
Danke bekommen: 141x in 93 Posts
Geschlecht: weiblich
Ja, genau.
Lässt sich. Aber da wird ja nicht gepflegt. Deswegen ist es für mich in Äpfel-Birnen Vergleich.

_________________
Kümmerte mich um Oma (04/1919) verstorben 04/2009
und Opa (11/1918) verstorben 05/2013


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
 Betreff des Beitrags:
#8Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Okt 2012, 20:53 
Offline
Treffpunkt Legende
Benutzeravatar

Registriert: 06.2008
Beiträge: 29330
Wohnort: Berlin
Danke gegeben: 1142
Danke bekommen: 1613x in 1288 Posts
Geschlecht: weiblich

24 Stunden als pflegebedürftiger in einem Pflegeheim



7:30 Uhr
ich höre Stimmen im Flur die immer näher kommen. Eine Schwester kommt in mein Zimmer gestürzt ohne anzuklopfen. Als Guten Morgen wird mir gesagt, so Frau Billy jetzt müssen wir aber aufstehen. Schon nimmt die Schwester den bereitstehenden Toilettenstuhl und schiebt ihn an mein Bettende. Schnell zieht sie mir die Socken und die Schuhe im Bett an, auch eine neue Netzhose bekomme ich heute weil die alte schon drei Tage alt ist und einige große Löcher hat. Die Schwester setzt mich an den Bettrand und hebt mich auf den Toilettenstuhl . Mit dem Toilettenstuhl werde ich schnell in das Bad gefahren, schon hat die Schwester nasse Waschlappen in der Hand. Das waschen geht so schnell als ob die Schwester an einem Fließband nach Stückzahl bezahlt würde. Mühsam folge ich den Anweisungen der Schwester mich an der Haltestange hoch zu ziehen, das stehen fällt mir sehr schwer. Die Schwester wäscht meinen Po, und legt mir eine Windelhose an darüber zieht sie mir die Netzhose denn ich kann meinen Urin und Stuhl nicht mehr halten.

8:30 Uhr
ich sitze schon seit einer dreiviertelten Stunde im Aufenthaltsraum als ich endlich das Frühstückt bekomme. Zwei Scheiben Toastbrot mit Butter und Marmelade bestrichen, da mein Gebiss keine Semmeln mehr beißen können. Sieben Tage das selbe Frühstückt dazu einen Becher Kaffee und einen Becher Tee.

9:00 Uhr
nun sitze ich ihm Aufenthaltsraum in meinem Rollstuhl, kann mich alleine nicht mit dem Rollstuhl bewegen. Hinter mir höre ich Stimmen aus einem Fernsehengerät, doch sehen kann ich nichts da der Fernsehen hinter meinem Rücken steht.

10:00 Uhr
Inzwischen habe ich meinen Tee ausgetrunken es sind nur wenige andere Bewohner mit mir im Aufenthaltsraum. Doch keiner der anderen Bewohner spricht etwas, jeder starr nur so vor sich hin.

11:00 Uhr
warten auf das Mittagessen sonst habe ich nichts zu tun, ich tue es den anderen Bewohnern nach und starre so vor mich hin. Lesen kann ich auch nicht mehr meine Augen sind dazu zu schwach.

12:00 Uhr
endlich kommt etwas Leben in den Aufenthaltsraum, die anderen Bewohner kommen beziehungsweise werden zum Essen gebracht. Nun sehe ich auch die Schwestern wieder. Zuerst wird die Suppe ausgeteilt die Schwester stellt mir einen Teller voll Suppe auf den Tisch, es ist die gleiche Suppe wie einen Tag zuvor. Als Hauptgericht gibt es Schinkennudeln und einen Pudding, den Pudding gab es die Tage zu vor auch schon. Ich bekomme noch einen Becher Tee zum Essen. Da ich selber kein Geld habe kann ich mir auch keine Getränke kaufen. Ich würde so gerne mal wieder einen Saft trinken, doch mein schmales Taschengeld geht für Medikamente fast alles weg.

13:00 Uhr
es wird wieder still im Aufenthaltsraum, Bewohner die ihren Rollstuhl noch selber bewegen können verlassen den Raum. Und wieder macht sich die Stille breit nur unterbrochen von den Stimmen im Fernsehen hinter mir.

14:30 Uhr
wie jeden Tag wird nun Kaffee und Kuchen verteilt, wieder bekomme ich den gleichen trockenen Marmorkuchen und einen Becher Kaffee an meinem Platz gestellt. Die Schwester räumen anschließend das Geschirr wieder weg. Und ich werde von einer Schwester zur Toilette gefahren. Meine Windelhose ist sehr nass und ich bin froh das ich nun eine neue Windelhose bekomme. Das aufstehen fällt mir nun noch schwerer als heute Morgen durch das lange Sitzen.


15:00 Uhr
nun sitze ich wieder im Aufenthaltsraum, draußen scheint die Sonne und es ist sehr warm durch das Fenster sehe ich in einen kleinen Park doch der ist immer leer. Ich würde so gerne jetzt in den Park gehen, doch von den drei Schwestern die nun im Spätdienst 34 andere Bewohner versorgen müssen hat keine Zeit mich in den Park zu fahren. So sitze ich nun weiter an meinem Platz an dem ich schon seit heute Morgen sitze. Ich trinke meinen Tee den mir die Schwester auf den Tisch gestellt hat, ist das nun Pfefferminztee oder Kamillentee?

16:00 Uhr
ich sitze immer noch im Aufenthaltsraum und das seit heute Morgen, ich bin müde und möchte gerne schlafen aber die Schwestern haben keine Zeit mich jetzt in mein Bett zu bringen.

17:00 Uhr
von der Küche wird der Essenswagen für das Abendbrot gebracht, Wurst, Käse, Brei stehen auf dem Wagen. Zwei Schwestern verteilen das Abendessen eine Schwester kommt mit dem Medikamentenwagen in den Aufenthaltsraum. Wieder gibt es wie jeden Abend Toastbrot mit Margarine und Wurst dazu einen Becher Tee. Anschließend räumen die Schwestern das Geschirr weg, die Spülmaschine läuft leise vor sich hin.

18:00 Uhr
die Schwestern holen nun einen Bewohner nach dem anderen aus dem Aufenthaltsraum, und bringen sie zu Bett.

19:00 Uhr
eine Schwester kommt nun zu mir schiebt mich den langen Flur bis zu meinem Zimmer das ich mit einer anderen Bewohnerin Teile, sie schiebt mich mit dem Rollstuhl in das Bad wieder ist meine Windelhose sehr nass und die Schwester legt mir eine neue Windelhose an. Nun noch schnell ein Nachthemd angezogenen und schon fährt mich die Schwester zu meinem Bett, sie hebt mich aus meinem Rollstuhl in mein Bett der MDK nennt das Transpfer. Schnell verabschiedet sich die Schwester um an das Bett meiner Zimmernachbarin zu eilen, meine Zimmernachbarin liegt nur noch im Bett wird nicht mehr aus dem Bett geholt. Auch bei ihr wechselt die Schwester die Windelhose, sie muss meine Zimmernachbarin auch auf die Seite drehen man nennt das Lagerung.

19:30 Uhr
die Rollos sind unten und die Vorhänge zu kein Lichtstrahl verirrt sich in mein Zimmer mehr obwohl es draußen noch taghell ist, meine Bettnachbarin ist schon eingeschlafen. Ich liege noch lange wach.

23:00 Uhr
die Nachtschwester kommt um mir eine neue Windelhose anzulegen und meine Nachbarin neu zu lagern und ebenfalls eine neue Windelhose anzulegen.

2:00 Uhr
endlich als ich eingeschlafen war werde ich durch lautes Schreien aus dem Schlaf gerissen, meine Nachbarin hat laut zu schreien angefangen, die Nachtschwester kommt in unser Zimmer und versucht die Bettnachbarin zu beruhigen, sie lagert sie auf die andere Seite.

3:00 Uhr
schon wieder werde ich aus dem Schlaf gerissen die Nachtschwester hat mich aufgeweckt damit sie mir eine neue Windelhose anlegen kann, dass gleiche macht sie nun bei meiner Nachbarin.

5:30 Uhr
Wieder fängt meine Nachbarin zu schreien an, denn sprechen kann sie nicht mehr, die Nachtwache kommt in unser Zimmer lagert sie neu.



Und wieder beginnt ein neuer Tag

7:30 Uhr
ich höre Stimmen im Flur die immer näher kommen. Eine Schwester kommt in mein Zimmer gestürzt ohne anzuklopfen. Als Guten Morgen wird mir gesagt, so Frau Billy jetzt müssen wir aber aufstehen. Schon nimmt die Schwester den bereitstehenden Toilettenstuhl und schiebt ihn an mein Bettende. Schnell zieht sie mir die Socken und die Schuhe im Bett an, auch eine neue Netzhose bekomme ich heute weil die alte schon drei Tage alt ist und einige große Löcher hat. Die Schwester setzt mich an den Bettrand und hebt mich auf den Toilettenstuhl . Mit dem Toilettenstuhl werde ich schnell in das Bad gefahren, schon hat die Schwester nasse Waschlappen in der Hand. Das waschen geht so schnell als ob die Schwester an einem Fließband nach Stückzahl bezahlt würde. Mühsam folge ich den Anweisungen der Schwester mich an der Haltestange hoch zu ziehen, das stehen fällt mir sehr schwer. Die Schwester wäscht meinen Po, und legt mir eine Windelhose an darüber zieht sie mir die Netzhose denn ich kann meinen Urin und Stuhl nicht mehr halten.

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website Persönliches Album  
Mit Zitat antworten 
folgende User möchten sich bei Elke bedanken:
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst neue Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de Archiv | Kontakt & Rechtliches free forum hosting
web tracker