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 Betreff des Beitrags: Vergünstigungen bei der KFZ-Steuer
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Apr 2009, 10:05 
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Steuerliche Vergünstigungen beim Halten von Kraftfahrzeugen durch Behinderte:
Kfz-Steuer


Seit Einführung der Neuregelung im Jahre 1984 werden zwei Gruppen begünstigter Behinderter unterschieden, wobei entweder eine volle Steuerbefreiung oder eine Ermäßigung auf die Hälfte gewährt wird

Voraussetzung für die vollständige Befreiung von der Kfz-Steuer

Die Steuerbefreiung erhalten Schwerbehinderte, die einen Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck besitzen,
mit den Merkzeichen "H" (Hilflos), "Bl" (Blind) oder "aG" (außergewöhnlich gehbehindert) .

Weiterhin steuerbefreit sind Kriegsbeschädigte
und andere Versorgungsberechtigte nach dem sozialen Entschädigungsrecht, denen bereits bei Inkrafttreten der Neuregelung am 01.06.1979 die Steuer erlassen war, und deren Grad der Behinderung (GdB, früher MdE) wenigstens 50 % betrug.


Steuerermäßigung von 50 %


Die Kfz-Steuer wird um 50 % für Schwerbehinderte ermäßigt, die durch einen Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck und dem Merkzeichen „G“ (gehbehindert) nachweisen, dass sie in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind. Seit dem 01.01.1987 reicht für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung der Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck ohne zusätzliche Merkzeichen aus. Diesen Ausweis erhalten Steuerpflichtige, die die Voraussetzungen des § 145 Abs. 1 S. 1 des 9. Buches SBG erfüllen.

Die Steuerermäßigung hängt davon ab, dass der Schwerbehinderte auf das Recht zur unentgeltlichen Beförderung verzichtet. Es besteht hier ein Wahlrecht des Behinderten. Eine Bindung an die getroffene Wahl besteht jedoch nicht, es kann jederzeit von der Steuerermäßigung zur Freifahrtberechtigung und umgekehrt gewechselt werden.
Um sicherzustellen, dass nicht gleichzeitig die Freifahrt und die Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden, vermerkt das Finanzamt eine Steuerermäßigung im Behindertenausweis bzw. in dem von den Versorgungsämtern ausgestellten Ausweis-Beiblatt.



Behinderter als Halter des Fahrzeugs


Die Steuerbefreiung oder -ermäßigung steht dem Behinderten nur für ein Fahrzeug zu und muss beantragt werden.
Dabei kann die Vergünstigung sowohl für Personenkraftwagen wie Krafträder oder auch Wohnmobile beantragt werden. Das Fahrzeug muss auf den Behinderten zugelassen sein.
Auf das zivilrechtliche Eigentum am Fahrzeug kommt es nicht an.

Erwirbt der Behinderte ein weiteres Fahrzeug, so soll die Steuer für das zweite Fahrzeug nicht in voller Höhe festgesetzt werden, wenn das alte Fahrzeug innerhalb eines Monats nach der Zulassung des neuen Fahrzeuges ab- oder umgemeldet wird (Hessisches Finanzministerium, Erlass vom 17.04.1979, S - 6114 A - 7 - II A 41).

Ist das Fahrzeug auf mehrere Behinderte zugelassen, so kommt die Steuerbefreiung nur in Betracht, wenn deren Voraussetzung bei allen Fahrzeughaltern gegeben ist. Diese Steuerermäßigung wird für ein Fahrzeug nur einmal gewährt, auch wenn mehrere Halter die Voraussetzungen zur Ermäßigung erfüllen. Steuerbefreiung oder Steuerermäßigung kommen nur dann in Betracht, wenn alle Fahrzeughalter auf das Recht zur unentgeltlichen Beförderung im Personennahverkehr verzichtet haben. Eine Ausnahme hiervon ist nur bei Haltern, die blind, hilflos oder außergewöhnlich gehbehindert sind, möglich (Finanzministerium Baden-Württemberg, Erlass vom 12.06.1984 - S - 6114 A - 24/84; DB 1984/1908)


Inhalt der Steuerbegünstigung


Die Steuerbegünstigung wird nur dem Behinderten persönlich als Steuerschuldner zu seiner Fortbewegung und nur für ein Kraftfahrzeug gewährt.

Entscheidend ist also die Nutzung des Fahrzeuges durch den Behinderten zu Zwecken seiner Fortbewegung. Es kommt daher nicht darauf an, ob diese Fortbewegung zu beruflichen oder privaten Zwecken erfolgt. Steht die Fortbewegung des Behinderten jedoch nicht im Vordergrund, wie etwa bei der entgeltlichen Beförderung von Gütern oder Personen, so entfällt insoweit die Steuerbegünstigung.

Steuerunschädlich ist die Mitnahme anderer Personen, auch wenn diese einen Unkostenbeitrag zahlen, sofern die Fortbewegung des Behinderten im Vordergrund steht.

Nimmt der Behinderte im Rahmen einer Fahrgemeinschaft regelmäßig Kollegen gegen Beteiligung an den Kraftstoffkosten mit, so ist dies steuerunschädlich; eine entgeltliche Personenbeförderung liegt nicht vor (Senator für Finanzen Bremen, 29.05.1984, S - 6114 - 2500).



Steuerschädliche Eigennutzung


Die gewährte Steuervergünstigung entfällt stets, wenn das Fahrzeug zur Beförderung von Gütern - ausgenommen Handgepäck - oder zur entgeltlichen Beförderung von Personen - ausgenommen gelegentliche Mitnahme Dritter - verwendet wird. Steuerschädlich ist auch die gelegentliche Beförderung von Gütern für gewerbliche Zwecke. Dabei ist es unerheblich, ob diese Güter im Fahrzeug, außerhalb des Wagenaufbaues oder in einem Anhänger mitgeführt werden.

Nicht steuerschädlich ist dagegen das Mitführen von Anhängern, die zur Beförderung von Reisegepäck der an der Reise teilnehmenden Personen oder zur gelegentlichen Beförderung von Sportgeräten (z. B. Segelflugzeug oder Motorboot) zum eigenen Gebrauch benutzt werden; auch das Mitführen eines Wohnwagenanhängers auf Urlaubsfahrten führt nicht zum Verlust der Steuerbefreiung oder -ermäßigung. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Fahrzeuganhänger selbst steuerpflichtig oder steuerbefreit sind. Die Steuerbegünstigung für das Zugfahrzeug aufgrund der Behinderung des Fahrzeughalters wird jedoch nicht für Anhänger gewährt.



Steuerschädliche Nutzung durch Dritte


Nicht begünstigt und damit steuerschädlich sind jedoch diejenigen Fahrten von Dritten, die zur Erledigung eigener Angelegenheiten, z. B. einer Erholungs- und Urlaubsfahrt, dienen. Dies gilt auch bei einer Benutzung des Fahrzeugs durch einen Dritten für Fahrten zwischen Wohnung und dessen Arbeitsstätte.


Steuerunschädliche Nutzung durch Dritte


Die Benutzung durch Dritte ist nur ausnahmsweise dann unschädlich, wenn sie im Zusammenhang mit der Fortbewegung oder der Haushaltsführung des Behinderten geschieht.
Fährt also ein Dritter im Beisein des Behinderten das Fahrzeug, so ist dies stets unschädlich. Ebenso gilt dies z. B. für Abholfahrten durch einen Dritten, da diese mittelbar ebenfalls der Fortbewegung des Behinderten dienen. Hierzu zählen auch alle Fahrten, die mit der Reparatur und Wartung des Fahrzeuges zusammenhängen, da sie eine Bedingung für die Benutzung des Fahrzeuges durch den Behinderten darstellen.

Benutzt eine zu demselben Haushalt wie der Behinderte gehörende Person das Fahrzeug zu Privatfahrten und ist diese Person ebenfalls körperbehindert, so dass die Steuerbegünstigung in gleichem Umfang auch auf sie anzuwenden wäre, stellt dies keine steuerschädliche Benutzung des Fahrzeuges dar (Finanzministerium Hessen vom 03.04.1980, S - 614).


Folgen bei steuerschädlicher Nutzung

Wird das steuerbegünstigte Fahrzeug vorübergehend zu einer nicht begünstigten Verwendung benutzt, so wird das Fahrzeug für die Zeitdauer der zweckfremden Benutzung, mindestens jedoch für einen Monat steuerpflichtig.


Zeitweiser Verzicht auf Steuerbegünstigung / Urlaub

Eine zweckfremde Benutzung durch Dritte, etwa die private Urlaubsfahrt durch einen Nichtbehinderten, kann dem Finanzamt im vorhinein angezeigt werden. Es ist dann für die Dauer der Benutzung, mindestens für einen Monat, Kfz-Steuer zu entrichten. Danach besteht die Steuerbegünstigung unverändert weiter.

Fundstelle:
www.adac.de

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Zuletzt geändert von pflegendeAngehoerige am 23. Apr 2009, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Für die Beantragung ist notwendig
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Apr 2009, 10:11 
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Beantragung:

Antragsvordruck auf Vergünstigung bei der Kfz-Steuer ausfüllen,

Beiblatt zum Schwerbehindertenausweis -ohne Wertmarke-

Schwerbehindertenausweis

Kfz-Schein



Alle vorgenannten Unterlagen -zusammen- dem für die Kfz-Steuer zuständigen Finanzamt vorlegen und Steuerermäßigung eintragen lassen.

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 Betreff des Beitrags:
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Apr 2009, 21:18 
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Zitat:
Benutzt eine zu demselben Haushalt wie der Behinderte gehörende Person das Fahrzeug zu Privatfahrten und ist diese Person ebenfalls körperbehindert, so dass die Steuerbegünstigung in gleichem Umfang auch auf sie anzuwenden wäre, stellt dies keine steuerschädliche Benutzung des Fahrzeuges dar (Finanzministerium Hessen vom 03.04.1980, S - 614).


Danke, das Wissen fehlte mir noch. Es konnte mir bisher keiner genaue Auskunft geben. Unser Auto läuft auf Axel, er hat 80% Schwerbehinderung mit G, ich 50% auch mit G.
Edda

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 Betreff des Beitrags: KFZ STEUER
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Aug 2009, 10:07 
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Hallo,habe das mit interesse gelesen.
Unser Auto ist auf meiner Frau zugeassen ,ich fahre.
Meine Frau hat Pflegestufe 2
Mein Finanzamt sagte mir persönlich wenn wir von der KFZ Steuer befreit werden,dürfte ich nicht mehr allein mit dem Auto fahre,nur wenn meine Frau dabei ist! :'(

Stimmt das so :?:
Danke
Günter

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 Betreff des Beitrags: Re: Vergünstigungen bei der KFZ-Steuer
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Aug 2009, 11:11 
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pflegendeangehoerige hat geschrieben:

Steuerunschädliche Nutzung durch Dritte


Die Benutzung durch Dritte ist nur ausnahmsweise dann unschädlich, wenn sie im Zusammenhang mit der Fortbewegung oder der Haushaltsführung des Behinderten geschieht.


Das kann man sehr flexibel auslegen.

Wenn Du also für deine Frau einkaufen fährst z.B. dann wäre das ausnahmsweise erlaubt. :-)

Ausserdem wird das ja auch so gut wie nie kontrolliert. :-)

Grüsse
Ingo

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Ingo ( 02/68 ) pflege meine Frau Christine ( 06/69 ), Hirnblutung, Hirnstammkompression, Hirngewebeentfernung und Hemicraniektomie nach Schlaganfall im Juni 2008, mit anschliessendem Wachkoma, Aphasie, Tetraplegie, Dysphagie, LP-Shunt, PEG, Pflegestufe 3+, pflege seit Mai 2009 zu Hause (kein Pflegedienst)
Mein Baby gehört zu mir, ist das klar ?
--------------------------
Versuche nicht Dinge zu ändern die Du nicht ändern kannst
sondern ändere lieber die die Du ändern kannst.


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 Betreff des Beitrags:
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Aug 2009, 22:20 
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Ingo hat recht. Du kannst das Auto jederzeit benutzen, muß nur (falls mal kontrolliert wird) glaubhaft nachweisen können, das Du im Auftrage Deiner Frau Besorgungen machst und solche Angaben können schwer wiederlegt werden. Deine Frau braucht also nicht dabei sein.
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 Betreff des Beitrags: Autosteuer
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 26. Aug 2009, 08:30 
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Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für eure Antworten,wir sind ab gestern von der Steuer befreit! :-P

Hier wird einem immer gut geholfen,nochmals DANKE! :lol:

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