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 Betreff des Beitrags: Wut auf den Betroffenen
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Okt 2016, 09:06 
schaut sich um

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Es geht um meinen Vater. Er ist 80 Jahre alt und an Prostata und Darmkrebs erkrankt. Die Sache mit der Prostata wird mit einer Tablette behandelt, der Darmkrebs wurde mit einer Operation entfernt. Der Professor, der die Operation durchführte, versuchte zu vermitteln, dass der Krebs nun "draussen" ist. Und er sagte meinem Vater, das die OP sehr gut verlaufen ist. Körperlich hatte mein Vater, trotz seines Alters, keinerlei Probleme. Auch bei der Bestrahlung, die vor der OP gelaufen ist, hatte mein Vater keine Nebenwirkungen zu beklagen.

Das Problem ist nur, das mein Vater die positiven Worte nicht zu würdigen weiss. Er sitzt am Tisch und sagt kein Wort. Überhaupt hat er dauernd schlechte Laune, die er an den Angehörigen auslässt. Ehrlich gesagt packt mich eine ziemliche Wut auf meinen Vater. Unser Verhältnis war schon immer schwierig. Ich bin ein ausgesprochenes „Mutterkind“, auch weil der Kontakt zu meinem Vater eben schon immer schwierig war.

Wie geht ihr eigentlich mit solchen Gefühlen wie Wut auf den Betroffenen um ? Sprecht ihr diese Wut aus ? Oder ist es sinnvoller, die Wut für sich zu behalten ? Das stelle ich mir ziemlich schwer vor, weil es einfach viel Kraft kostet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut auf den Betroffenen
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Okt 2016, 14:36 
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es ist ganz normal auch wütend zu sein, lass es ruhig zu, aber es nicht unbedingt deinen Vater merken...

Hier im Forum hast du eine gute Gelegenheit die Wut oder was auch immer in dir vorgeht rauszulassen, da es viele gibt die es verstehen und ähnlich empfinden.

Mir hilft es enorm auch mal über Wut und Enttäuschung zu schreiben, schon geht es mir besser und weiter gehts.

Sei lieb gegrüßt

_________________
Warum ich immer für andere da bin, obwohl es mir manchmal selbst nicht gut geht?
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn alle wegschauen...
Ich wünsche niemandem etwas schlechtes.
Ich wünsche manchen Menschen nur, dass sie sich mal selbst begegnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut auf den Betroffenen
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Okt 2016, 19:33 
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Lieber Dirk,
Wut aussprechen: ja!!!!
Nur an welcher Stelle?! Gegenüber Deinem alten Vater, der vermutlich kaum mehr aus seiner Haut kann...?! Vielleicht in den konkreten Situationen, wenn eine Rückmeldung an ihn tatsächlich etwas bewirken könnte - z.B. wenn Du seine Reaktionsweise zu scharf findest und ihn deshalb zur Mäßigung z.B. gegenüber Deiner Mutter aufforderst.
Ansonsten würde ich Dir nahe legen, Deine heftigen negativen Gefühle gegenüber Deinem Vater an anderer Stelle zu bearbeiten.
Denn ihr alle leidet ja unter der schlechten Stimmung, die das Verhalten Deines Vaters verbreitet und vermutlich würde es ja kein klärendes Gewitter zwischen Euch geben, sondern eher "unfruchtbare" Vorwürfe.
Gerade wenn Du für Deine bzw. mit Deiner Mutter eine erträgliche Pflegesituation entwickeln möchtest, halte ich unaufgeregte Sachlichkeit - gern auch kompromisslos - für das Mittel der Wahl.
Klare Grenzen Deiner/Ihrer Unterstützung, "Zumutungen", die ihr für vernünftig und sinnvoll haltet, würde ich versuchen, Deinem Vater abzuringen.
Auch wenn er sich anfangs darüber beklagt - das täte er ja auch, wenn ihr Rücksicht nähmt.

_________________
Susanne (Jg.63)
bemühe mich nach Burnout durch Pflege meines verbitterten Lebenspartners (Reinhard, QS durch Verkehrsunfall 08/07) wieder für mich selbst zu sorgen - mit voller Stelle berufstätig als Lehrerin für junge Erwachsene (z.Zt. im Sabbatjahr) - Mutter zweier Söhne (25 und 20)
Verlust des Lebenspartners Thomas (01/16), verstorben an einer Varizenblutung, verursacht durch eine erneute Zirrhose an der Transplantleber

Das Leben ist eine lange, schmale Brücke.
Die Hauptsache ist, sich nicht zu fürchten.
(aus einem hebräischen Lied)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut auf den Betroffenen
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Okt 2016, 07:10 
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Lieber Dirk,

meine Mutter war nach ihrer Krebs Op auch geheilt. Sie war seither immer pessimistisch immer negativ eingestellt.Ich denke die Bestrahlung hinterlässt auch Spuren.
Mein Mann war ihr Hausarzt und sagte immer das können Depressionen sein.
Gerade Krebs war für diese Generation ja auch mit Tod verbunden.
Kannst Du mit Deinem Vater reden was ihn bedrückt was er sich wünscht?Mal so ein Männergespräch könnte vieleicht auch positiv sein.

_________________
Liebe Grüße Grizi


Grizi und Harald 58J. + 60 J.- Harald hatte eine Hirnblutung 07 erlitten, Hemiplegie rechts, Aphasie, Pflegestufe 3 ,hat gute Fortschritte in den letzten Jahren gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut auf den Betroffenen
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Okt 2016, 19:21 
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Hallo Dirk

Ich bin ja selber betroffen und ich war auch lange Zeit pessimistisch , obwohl die OP gut verlaufen ist und der Krebs draußen.
Es ist eben die Angst die im Hinterkopf ist, kommt der Krebs wieder hast du Ruhe usw. Manchmal hat man Depressionen, gerade bei KrebsKranken oder die Krebs hatten. Bei mir wurde es auch diagnostiziert. Fatigue nennt man es.
Vielleicht hat dies dein Vater auch. mir haben Gespräche mit meiner Familie gut getan.Meine Familie hat mir beigestanden aber auch mal liebevoll die Meinung gesagt wenn ich zu sehr auf der Negativ Schiene war.
Deine Wut kann ich gut verstehen, aber Wut hilft deinem Vater nicht, vielleicht braucht er einfach nur einen kleinen Anstupser.
Lieben Gruß Heidi

_________________
ich pflegte ca. 8 Jahre meine Mama
Parkinson, starke Aorten Stenose,Herzinfarkt, beginnende Demenz ( verstorben am 27. April 2009)
imzwischen bin ich bei der Pflege meines Bruders ( Demenz-Korsakow) eingebunden

Wenn die Liebe einen Weg zum Himmel fände
und Erinnerungen zu Stufen würden,
dann würde ich hinaufsteigen und dich Mama zurückholen.


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