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 Betreff des Beitrags: Pflege in der Schmerztherapie
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Feb 2013, 17:32 
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Schmerztherapie

Schmerzentstehung, - Weiterleitung, und -Hemmung:

Schmerz tritt bei einem Trauma (Schnittverletzung), einer Entzündung oder Direkt als sog. Nozizeptorschmerz im Sinne einer Neuropathie oder Neuralgie auf.

Wenn Schmerz Entsteht werden Verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel das vegetative Nervensystem aktiviert, das Wiederum zu einem Anstieg der Atemfrequenz, des Blutdruckes und der Herzfrequenz führt.

Desweiteren Entsteht eine hormonelle Stressreaktion wo als Beispiel die Hypophyse mehr Körpereigenes Cortisol ausschüttet.
Insgesamt kommt es zu einem Erhöhten Metabolismus, das Bedeutet zu einem Erhöhten Bedarf an allen Körpereigenen und von Außen zugeführten Nährstoffen.

Schmerz kann erst dann als Schmerz Empfunden werden, wenn dieser im Gehirn angekommen ist und Dort auch Verarbeitet wurde.

Dies geschieht unter anderem mit Neurotransmittern und C-Fasern.
Verarbeitet werden diese Reize unter anderem im Limbischen System, Thalamus und der Frontal Hirnrinde.

Die Folgen von Schmerzen sind u.a.:

Schlafdefizite durch Schlafstörungen,
Appetitlosigkeit,
Gewichtsabnahme,
Sozialer Rückzug,
Depression bis hin zum Suizid.

Es ist Daher von Entscheidender Bedeutung, die Schmerzitensität, die Schmerzart, die Zeiten des Schmerzes und auch die Psychische Situation des Patienten zu Erfassen.

Dies Sollte mittels einer Systemischen Schmerzerfassung Erfolgen.

Hierbei haben sich Unterschiedliche Modelle Bewährt, je Nachdem ob es sich um Erwachsene, Kinder, Patienten im Koma, Patienten in einer Vollnarkose oder aber auch Patienten mit einer Demenz handelt.

Bei der Schmerzerfassung hat immer die Aussage des Patienten Vorrang.
Erst dann kommt die Fremdeinschätzung.

Folgende Systeme stehen zur Verfügung:

Numerische Rangskala (NRS):

Dies ist die Bekannteste, es gibt sie als gesprochene oder gedruckte Variante.
"Wie Stark ist Ihr Schmerz auf einer Skala von 0 bis 10, auf der 0 kein Schmerz und 10 Schlimmster Vorstellbarer Schmerz Bedeutet ?"
Diese ist Unkompliziert und damit kommen Patienten sehr gut Zurecht.

Visuelle Analogskala ( VAS):

Das ist der Bekannte Schmerzschieber mit dem der Patient durch die Einstellung des Schiebers die Stärke des Schmerzes Deutlich machen kann.

Gesichter-Skala:

Ursprünglich wurden diese Skalen zur Verwendung bei Kindern Entwickelt.
Die sog. Wong-Baker-Skala ist die Beliebteste Skala zur Verwendung bei Kindern.

Schmerztagebücher:

Für Chronische Schmerzpatienten kommen die Schmerztagebücher zur Anwendung.
Hier Tragen die Patienten Neben der Stärke, der Lokalisation und der Schmerzart auch andere Symptome und auch Nebenwirkungen von Analgetika, also Schmerzmitteln ein.

Für Spezielle Patienten Gruppen wie Demenz Kranke, Psychiatrisch Erkrankte aber auch Drogenabhängige gibt es Gesichtsskalen.

Nun zur Eigentlichen Schmerztherapie.
1996 gab die Weltgesundheitsorganisation den WHO-Dreistufenplan zur Schmerztherapie heraus.
An diesen Sollten sich alle Ärzte und Pflegekräfte halten, die sich nicht jeden Tag mit Schmerztherapie Befassen und damit nicht die Nötige Routine haben.
Der Dreistufenplan Besteht wie der Name schon Sagt, aus Drei Stufen von Analgetika, die zur Anwendung kommen können.

Begonnen wird mit Stufe I:

Dies sind alle Nichtopioidanalgetika, also Schmerzmittel ohne Zusätzen von Opiaten.
Als Beispiel seihen hier Folgende Analgetika zur Anwendung:
Metamizol = Novalgin
Diclofenac = Voltaren
Ibuprofen = Dolormin
Azetylsalizylsäure = Aspirin

Nun kommt Stufe II:

Hier sind wir bereits bei den Sogenannten Schwachen Opioiden, die aber noch nicht unter das BTMG Betäubungsmittelgesetz Fallen.
Zusätzlich gibt man hier häufig auch noch sog. Adjuvanzien (Antidepressiva, Antiepileptika).
Tramadol = Tramal
Dihydrocodein = Dicodin
Tilidin + Naloxon = Valoron

In der Stufe III sind dann die Starken Opiate Vorhanden, die auch unter das Betäubungsmittelgesetz Fallen.
Buprenorphin = Temgesic
Hydromorphon = MST
Fentanyl = Durogesic

Häufig werden in der Schmerztherapie auch Medikamente Eingesetzt, die Eigentlich für andere Anwendungsgebiete Entwickelt worden sind.
Beispiele sind hier Antidepressiva, Antiepileptika, Psychopharmaka.

Andere Methoden der Schmerztherapie sind die Regionalen Anästhesien, die Implantation von Pumpen mit Analgetika, die gezielte Ausschaltung von Nerven, die Transkutane Nervenstimulation (TENS), Kälte und Wärme Anwendung, Entspannungstechniken, die Patientenschulung.
Seltener werden Operative Schmerztherapien Eingesetzt wie zum Beispiel bei der Trigeminus Neuralgie.

Unverzichtbar ist die Zusammenarbeit mit einem Schmerztherapeuten (Anästhesisten) und die Schulung der Patienten und deren Angehörigen.
Auch die Fortbildung der Hausärzte und der Pflegekräfte ist Unverzichtbar.

Wer mehr Informationen Benötigt, kann sich an Folgende Adressen wenden:

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes
http://www.dgss.org

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
http://www.dgpalliativmedizin.de

Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Schmerztherapie -Klinik für Anästhesiologie Uniklinik Bonn-
Monika.Heussen@ukb.uni-bonn.de

_________________
Liebe Grüße
Dominik

Mutter, 63 Jahre, Hypophysen Appoplex bei Einblutung in Hypophysen Tumor, Hypothalamus-Fehlfunktion, Pneumatocephalus, Oromandibuläre Dystonie, Hydrocephalus C., VP-Shunt, Diabetes Insipidus, Schwarz-Batter-Syndrom, FTD-Demenz, Zentrale Spastik re. Hand und re. Bein, Tako-Tzubo-Syndrom, Chronisches Schmerzsyndrom, Opiatpflichtig, Rollstuhlpflichtig, kompl. Urin- und Stuhlinkontinenz, Persönlichkeitsstörung, Pflegestufe III, Pflege durch Sohn (Fachkrankenpfleger) ohne Pflegedienst seit 9 Jahren

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“
Mahatma Gandhi


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