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 Betreff des Beitrags: Re: Medikamentengabe
#13Ungelesener BeitragVerfasst: 1. Jan 2014, 19:48 
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Oh wow - heftig umstrittenes Thema - immer mal wieder.

Risiken und Nebenwirkungen:
Was ich in der Folge sage ist nicht wissenschaftlich fundiert - es darf sich also niemand darauf berufen. ;-)

Was ist ein Beipackzettel?
Das ist ein Begleitschein zum Medikament mit dem sich die Pharmafirma in erster Linie absichert. Darauf stehen z.B. Höchstdosierungen aber auch Anwendungsgebiete z.B. für Kinder unter zwei Jahren nicht zugelassen. Warum steht das da? Weil Kinder unter zwei Jahren das nicht vertragen? Mitnichten, das steht da weil keiner klinische Studien mit Kindern unter zwei Jahren machen will. Das führte dazu, dass eines der meistverwendeten Narkosemittel weltweit (Propofol) jahrelang von den Anästhesisten im sogenannten "off-label"-Use (Gebrauch außerhalb der Spezifikation) verwendet wurde - einfach weil es auch von den Säuglingen sehr gut vertragen wird. Die Pharmaindustrie spart sich hier die Kosten und die rechtlichen Folgen falls doch mal was schief geht und delegiert das sozusagen an die Ärzte - wenn dann genug off-label-Use stattgefunden hat und alles ist gut wird das Anwendungsgebiet dann erweitert.
(Dies zum Verständnis mit welchem Hintergrund man Beipackzettel AUCH lesen muss)

Was ist eine Dosierung?
Als Dosierung bezeichnet man die Menge eines Medikamentes das in einer bestimmten Form (also z.B über den Magendarmtrakt) verabreicht wird. Die Aufnahme über den Verdauungstrakt ist für alle Medikamente quasi die mit der schlechtesten Kontrollierbarkeit. Mal ist der Magen voll, mal leer, mal viel Säure mal wenig. Mal ist der Darm lahm und transportiert nicht weiter. Also die Menge die zu einem bestimmten Zeitpunkt in Organismus zur Verfügung steht ist sehr individuell und von Mensch zu Mensch verschieden.
Deshalb werden die meisten Medikamente nach Wirkung dosiert:
Also man bekommt eine Amlodipin 5 verschrieben und nimmt eine morgens… dann guckt man wie der Blutdruck ist. Reicht es ist gut, reicht es nicht gibt es Abends noch eine dazu - oder morgens 10 mg und abends 5 mg, oder man nimmt ein anderes Medikament dazu.
Das gleiche gilt für Medikamente, die z.B. für die Ausscheidung sorgen: Man guckt wie die Ausscheidung ist und kontrolliert ggf den Kaliumspiegel, weil viele dieser Diuretika den Kaliumspiegel gefährlich senken können.

Andere Medikamente werden anhand von Spiegeln (also der Messbaren Menge im Blut) eingestellt - dazu gehören z.B. Antiepileptika wie z.B. Carbamazepin, Phenythoin aber auch Herzmedikamente wie Novodigal oder Digitoxin.

Wieder anderer werden kontrolliert in dem man im Blut die Menge der zu beeinflussenden Faktoren bestimmt: Bestes Beispiel: Marcumar - hier muss engmaschig die Gerinnung kontrolliert werden (INR, früher Quick)
Aber auch z.B. L-Thyroxin wird über die Bestimmung eines Hormonspiegels eingestellt - muss man nur nicht so oft machen wie bei Marcumar.

Was sagt uns das?
Es kommt nicht zwingend auf die absolute Menge an, die man von einem Medikament einnimmt sondern auf die Menge die im Organismus ankommt um das zu tun was sie soll - und dann schaut man wiviel man geben muss, damit man das gewünschte Ergebnis hat.

Mischen von Medikamenten:
Wer sie schluckt hat sie alle im Magen und lösen sich entsprechend ihrer Eigenschaften alle schneller oder langsamer auf und mischen sich so wie es eben kommt.
Wenn man mörsert und mit Wasser mischt und zusammen verabreicht hat man diesen Prozess lediglich vorgezogen - er verläuft so sicherlich anders als im Magen - aber wenn er immer gleich verläuft wird man sich in der Regel nach der Wirkung richten. Also wenn das Metoprolol nun tatsächlich mit irgendwas eine innige Bindung eingehen würde und nicht mehr so wirkt würde man es eben erhöhen - um die Wirkung zu haben die man haben will.

Es gibt allerdings tatsächlich Medikamente, die man nicht Mörsern sollte - weil dies die Struktur des Medikamentes zerstört - so z. B auch das allseits beliebte und häufig gegebene Nexium - dieses auflösen am besten in leicht saurem Milieu z.B Apfelsaft.
Und es gibt Medikamente, die sich nicht vertragen - allerdings ist dies eher im Bereich der Medikamente die i.v. verabreicht werden ein problem z.B. aufgrund sehr unterschiedlicher pH-Werte. So vertragen sich zum Beispiel das bekannte Heparin und Fuorosemid (zur Ausscheidung) sowas von gar nicht - flockt sofort aus. Das ist dann das Risiko auch hoch, dass diese "Flocken" in die Blutbahn geraten und dort Schaden anrichten.
Im Magen ist es eher kein Problem - die Flocken werden vielleicht nicht resorbiert… ich habe keine Wirkung.

Meiner Meinung nach reicht es zu schauen welche Medikamente sich gar nicht vertragen (Wechselwirkungen)
Sich vor allem bei retardierten Medikamenten erkundigen ob man sie Mörsern oder suspendieren (auflösen) kann. Wenn nicht auf nicht retardierte Medikamente ausweichen - z.B. Timonilsaft statt Tegretal retard.

Ansonsten ist es sicherlich auf der ganz richtigen Seite jedes Medikament extra zu geben - aber ich glaube nicht, dass das gemeinsame Mörsern und verabreichen mehrerer Tabletten grundsätzlich abzulehnen ist. Ich kann beides vertreten. Im häuslichen Bereich richte ich mich nach den Wünschen und Gewohnheiten der Angehörigen.

Dieser lange Beitrag - weil ich etwas relativieren möchte. Angehörige sind meist Profils und Laien in einer Person. Profis im Hinblick auf ihren Angehörigen den sie Pflegen - aber medizinisch und pflegerisch trotzdem Laien. Oft hält man sich da an Zahlen und Zeiten fest - der ganze Tag dreht sich nur noch darum wie die Bilanz ist, dass man auch genau um Punkt 12 den Saft nimmt. Dass der Zucker bloß nicht zu hoch ist….
Dabei bleibt manchmal ein Stück Leben auf der Strecke - für die Pflegebedürftigen und für die pflegenden Angehörigen, was ich mitunter sehr bedauere weil ich mir den Menschen im Mittelpunkt wünsche und nicht seine Erkrankung.

persönliche Anmerkung: Ich habe über 2 Jahre L-Thyroxin genommen wegen eines M. Basedow. Ich habe es in diesen zwei Jahren trotz Erinnerung mittels Handy nicht geschafft die Tabletten halbwegs zur gleichen Zeit und immer vor dem Frühstück zu nehmen. Meine Werte waren trotzdem stabil (alle 6 Wochen kontrolliert)


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 Betreff des Beitrags: Re: Medikamentengabe
#14Ungelesener BeitragVerfasst: 1. Jan 2014, 19:51 
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och nö.....
ich hoffe du hast dein Schnäbelchen aufgemacht und :sso00677:

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in diesem Sinne

Susanne

Neben meiner Tätigkeit als Pflegedienstleitung in einem Pflegeheim war ich
der "Kümmerer" von Mac PS2 bds. Beinamputiert und und und...
den ich 2007 über dieses Forum kennengelernt habe. Mac ist am 14.1.2016 auf seine letzte Reise gegangen


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