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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#13Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Mai 2011, 16:36 
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johannes hat geschrieben:
Kann es sein, daß ich nicht richtig verstanden wurde?

Ich sagte nicht, daß das nicht geht, sondern fragte, wer die hierfür entstehenden Kosten und wer diese doch aufreibende Arbeit übernehmen soll. Ich finde es sehr interessant, daß sowohl die Politik als auch jene, die ihre Vorstellungen umgesetzt sehen wollen - ob das Pflegekräfte sind, pflegende Angehörige, Kostenträger wie Pflegekassen und Sozialämter, Berufsverbände - diese Frage immer umgehen.

Kann es sein, daß man die Antwort vorsätzlich schuldig bleibt? Das ist wie bei der Atomindustrie, wo man "billigen" Strom haben will, aber keinen Gedanken an die anschließende Entsorgung verschwendet. Ich sehe hier enorme Parallelen.


Nur eine kurze Antwort, weil ich gleich wieder zu Kerstin fahre:

Wenn es so läuft wie vorgesehen, dann kann Kerstin als Arbeitgeberin einen Stundenlohn von ca 12 Euro anbieten. Ich denke, das ist durchaus konkurenzfähig gegenüber anderen Beschäftigungsmöglichkeiten. Man braucht ja in erster Linie viel Einfühlungsvermögen und den Willen, sich auf seinen Arbeitgeber einzulassen. Alles, was mit Pflege zu tun hat, habe ich als "Laie" ja auch lernen können.

Natürlich ist so ein Modell erstmal teuer. Aber es bietet auch Arbeit für Menschen, die mehr praktisch arbeiten möchten (oder auch Studenten, die sich so ihr Studium finanzieren und in einer eventuellen Abend/Nacht-Bereitschaftszeit - angedachte Vergütung dann so ca 10 Euro- weiter am PC arbeiten können. Es werden Steuern und Sozialversicherungsabgaben gezahlt für Menschen, die sonst vielleicht ebenfalls auf Geld vom Staat angewiesen werden. Dazu kommt die Frage, was ist der Mensch wert? Was in der Pflege, was bei Behandlungskosten, was bei Eingliederungshilfen, was bei Elterngeld, was bei...

Ich weiß auch noch nicht, ob wir bei Genehmigung schnell entsprechende Hilfen finden werden. Es ist ja auch eine Frage der Sympathie. Natürlich ist für die Allgemeinheit jetzt mein Einsatz, der ja eigentlich drei volle Arbeitstage (nämlich 3 mal 8 Stunden) an 7 Tagen die Woche beträgt, billiger. Und da ich Kerstin ja nun mal nicht abschieben und auch nicht wie ein Käfer auf dem Rücken zu Hause liegen lassen möchte "schenke" ich der Allgemeinheit eben meine Arbeitszeit - wie eigentlich alle hier...

Ist das fairer, weil es Einzelpersonen betrifft?
Grüße

Maria

_________________
Ich (08/50) kümmerte mich um meine Tochter (01/72, verstorben 05/14, MS, Pflegestufe 3), die mit 24 Stunden-Assistenz finanziert durch ein persönlichen Budget nach dem Arbeitgebermodell in ihrer eigenen Wohnung lebte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#14Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Mai 2011, 17:20 
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Noch ein Zusatz:

Es geht nicht darum, dass nun jede/e Pflegebedürftige zuhause von einem persönlichen Budget leben soll.

Krankenhäuser sind auch für die meisten ein Graus, und dennoch war mein Schwiegervater immer sehr froh, dort sein zu können, wenn es ihm schlecht ging.

Und so wird es Menschen geben, die sich im geschützten Bereich eines Heimes wohlfühlen, wenn es entsprechend ausgestattet ist. Aber eben nicht alle...

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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#15Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Mai 2011, 20:37 
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Zitat:
Kann es sein, daß ich nicht richtig verstanden wurde?

Mein lieber Johannes,
ich lese jetzt schon seit Tagen stillschweigend Deine Berichte und Kommentare und ich begreife langsam, was Du willst und warum Du angeblich nicht richtig verstanden wirst. Mir kommt dabei der Spruch in den Sinn "Butterbrot und Peitsche". Erst spielst den verständnisvollen Altenpfleger, der die Arbeit der Pflegenen anerkennt, jetzt kommen nach und nach Aussagen, das gerade aus Kostengründen ein Heim sinnvoller wäre. Du wirfst hier mit Zahlen um Dich, versuchst teilweise die Pflegenden zu verwirren. Einige Mitglieder hier haben für ihre Angehörigen das persönliche Budget in Anspruch genommen, sparen dadurch dem Staat bestimmt viel Geld, sorgen für Arbeitsplätze und den Patienten geht es wesentlich besser, als in einem Heim. Man könnte den Eindruck bekommen, Du müßtest für die angeblichen zusätzlichen Kosten aufkommen.
Zitat:
Kann es sein, daß man die Antwort vorsätzlich schuldig bleibt? Das ist wie bei der Atomindustrie, wo man "billigen" Strom haben will, aber keinen Gedanken an die anschließende Entsorgung verschwendet. Ich sehe hier enorme Parallelen.

Ich glaube, das man Antwort hier schon ausführlich gegeben hat, Du hast sie nur nicht verstanden. Und Dein Vergleich ist in meinen Augen "entwürdigend", solltest vieleicht vorher gründlich überlegen, bevor Du so etwas schreibst.
Diskussionen sind in diesem Forum erwünscht, aber sie sollten sachlich sein und nicht unter die Gürtellinie gehen.
Das ist ganz alleine meine persönliche Meinung.
Edda

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pflegte meinen Mann Axel, 57 J., Krebs, Pflegestufe II, verstorben am 22.7.2009,
selber Brustkrebs im "grünen" Bereich, 50% Schwerbehinderung wegen Bandscheibenvorfall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#16Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Mai 2011, 22:03 
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johannes hat geschrieben:
Kann es sein, daß ich nicht richtig verstanden wurde?


Ich denke ich habe Dich richtig verstanden.


johannes hat geschrieben:
Ich sagte nicht, daß das nicht geht, sondern fragte, wer die hierfür entstehenden Kosten


Wer das bezahlen soll ist doch uninteressant...... es handelt sich hier um geltendes Recht und wenn ich das umsetze ist es doch nicht meine Aufgabe mir Gedanken um die Bezahlung zu machen. Dafür haben wir doch unsere gut bezahlten Politiker. :-)


johannes hat geschrieben:
und wer diese doch aufreibende Arbeit übernehmen soll.


Die Pflegekräfte sind doch schon da..... die Leute werden doch jetzt auch gepflegt, nur eben von ihren Angehörigen.


johannes hat geschrieben:
Kann es sein, daß man die Antwort vorsätzlich schuldig bleibt?


Ich denke Antworten bekommst Du hier genug, nur wahrscheinlich nicht die die Du gerne lesen möchtest.


Grüsse
Ingo

_________________
Ingo ( 02/68 ) pflege meine Frau Christine ( 06/69 ), Hirnblutung, Hirnstammkompression, Hirngewebeentfernung und Hemicraniektomie nach Schlaganfall im Juni 2008, mit anschliessendem Wachkoma, Aphasie, Tetraplegie, Dysphagie, LP-Shunt, PEG, Pflegestufe 3+, pflege seit Mai 2009 zu Hause (kein Pflegedienst)
Mein Baby gehört zu mir, ist das klar ?
--------------------------
Versuche nicht Dinge zu ändern die Du nicht ändern kannst
sondern ändere lieber die die Du ändern kannst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#17Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Mai 2011, 22:28 
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Hallo zurück,
ich komm grad von Janine und mir geht das von Johannes Geschriebene gar nicht mehr aus dem Kopf: über Folgendes bin ich schwer am Grübeln :
Seit 2008 ist Behindertenrechtskonvention Gesetz,
wieviele von den 2Mio kennt Johannes die ein 24h Stunden Budget haben?
Haben die auch alle 3 Assistenten in der Wohnung?
Rennen nun alle los und wollen das PB?
Mit solchen Zahlen zu jonglieren ist schon bissel gefährlich, oder?
Hat ein Pflegeheim wirklich die gleichen Möglichkeiten wie ein Angehöriger zu Hause?

OK- ich geh jetzt mal von mir als Mutter einer neurologisch schwerstbehinderten Tochter aus- dies waren meine letzten 4 Stunden in Ultrakurzform:

Ich hab Janines (Sonden-) Essen fertiggemacht ,sie hat heute auch 15ml Tee oral bekommen ohne sich zu verschlucken! (ja Übung macht den Meister..), die Medis sondiert und hab dann begonnen wahrnehmungsgerecht ihr Gesicht zu waschen verbunden mit Lockerungsübungen des Kiefers um anschließend ihre Zähne putzen zu können.
Restlichen Körper waschen, Intimhygiene, Atemtherapie. Immer dran denken- mit Spastik nicht so einfach aber mit viel viel Zeit und Geduld kann sie auch die Arme entspannen und ich kann mich auch intensiv um ihre Hände kümmern. Eincremen Haare kämmen etc
Schlafanzug an und ab zum "känguruhen". Abhusten, Sicherheit geben und umärmeln...
Dann hab ich meinen Arm unter Janines Kopf gelegt und wir haben zusammen gekuschelt. Sie hat meine Hand festgehalten die auf ihrer Wange lag. So hat sie ihre Augen schließen und ausruhen können- hab ich da nicht ein Minilächeln über ihr Gesicht flitzen sehen?
Fast eingeschlafen nutze ich ihre nun lockeren Arme und Beine die ich in ganz "unmöglichen" Dehnstellungen mit Decken und Kissen hinbastele. Wenn sie aufwacht oder husten muß- macht ja nix- bin ja da....und sie ist zu Haus- in ihrer gewohnten Umgebung,in Sicherheit, mit gewohnten Gerüchen und Geräuschen- ob es das Telefonklingeln ist oder die beiden verrückten Katzen die sich jagen...

Wie hatte Johannes geschrieben? :
.....Damit wird die Versorgung einer Einzelperson im häuslichen Umfeld mehr als doppelt so teuer, wie die gleiche Versorgung im Pflegeheim, das u. a. wegen seiner hohen Preise in der Gesellschaft gescholten wird.....

WAS SOLL ICH NOCH DA NOCH SAGEN?



...
wie die gleiche Versorgung im Pflegeheim,
...

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ich pflege meine Tochter (geb.1988) seit Autounfall 2008 zu Hause

Drei im Tunnel:
Optimist : Da! Schau mal! Da ist Licht am Ende des Tunnels !!
Pessimist : Ja genau.... Das ist ja auch der Zug der uns entgegenkommt...
Realist : ... und wenn wir nicht bald unseren Hintern bewegen dann überfährt der uns.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#18Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Mai 2011, 12:30 
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Nelli hat geschrieben:

Wie hatte Johannes geschrieben? :
.....Damit wird die Versorgung einer Einzelperson im häuslichen Umfeld mehr als doppelt so teuer, wie die gleiche Versorgung im Pflegeheim, das u. a. wegen seiner hohen Preise in der Gesellschaft gescholten wird.....

WAS SOLL ICH NOCH DA NOCH SAGEN?

...
wie die gleiche Versorgung im Pflegeheim,
...


Heute mittag wird Noah wie üblich von der 'Schule kommen, hereinstürmen und sein Mittagsbrötchen kriegen. Kerstin wird ihn fragen, was los war, er wird sich mit Spielkameraden treffen und rein und raus laufen...

Wäre das im Pflegeheim möglich?

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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#19Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Mai 2011, 13:22 
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Ich denke alles hat seine Berechtigung- irgendwie. Ganz sicher sind viele alte Leute super gut in bestimmten Einrichtungen untergebracht und da gibt es sicher auch qualitative Unterschiede, Besser als allein zu versauern ist das allemal- viele Angebote ließen sich zu Haus auch gar nicht umsetzen.

Nun gibt es eben aber auch zu Pflegende für die ein gewöhnliches Heim Stillstand und sogar Rückschritt in ihrer Entwicklung bedeutet. Egal ob jung oder alt. Kommt es nicht immer auf die persönlichen Bedürfnisse des einzelnen an ?

Selbst spezielle Einrichtungen für bestimmte Krankheitsbilder können Liebe, Zuneigung und Feingefühl eines Angehörigen der sich den A.... aufreißt und immer mit einem Ohr- ob Tag oder Nacht- bei den Seinen ist... niemals und auch nicht nur ansatzweise ersetzen! Genau dies ist aber unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche und sinnorientierte Pflege. Hier redet auch keiner von VERSORGUNG. Genau das klingt für mich nach: satt-sauber-trocken.
Für uns ist das PB das Beste was wir tun konnten. Mittlerweile hab ich einen Arbeitsvertrag mit 5,5H täglicher Arbeitszeit, die ich auch adäquat bezahlt bekomme- nur schmeiß ich nach dieser Zeit eben nicht den Besen in die Ecke, schalte fix die Nahrungspumpe ab und geh ins Schwimmbad oder in den nächsten Biergarten...

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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#20Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Mai 2011, 12:15 
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scheint sich hier wohl zu fühlen

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@ nelli

Nein, es geht nicht um das Heim. Darum sprach ich auch ganz bewußt nicht von den ca. 600.000 Pflegebedürftigen, die im Heim versorgt werden. Häusliche Pflege contra stationäre Pflege ist für mich kein Thema.

Es ist auch keine Frage, ob die Politik und die Gerichte Rechtsansprüche formulieren. Vieles von diesen publikumswirksamen Verlautbarungen und Entscheidungen zeigt immer wieder nur eine einzige Seite einer Medaille auf. Vielleicht gibt es auch deshalb in diesem Bereich kein Vorwärtskommen?

Ich versuche mal, auf einige Argumente einzugehen:
Zitat:
Nun gibt es eben aber auch zu Pflegende für die ein gewöhnliches Heim Stillstand und sogar Rückschritt in ihrer Entwicklung bedeutet. Egal ob jung oder alt. Kommt es nicht immer auf die persönlichen Bedürfnisse des einzelnen an ?

Mein Grundsatz lautet nach wie vor, daß das Heim ausschließlich bestimmten Sachlagen vorbehalten sein sollte. Somit stehe ich voll und ganz hinter dem Grundsatz ambulant vor stationär. Für mich also keine Frage.

Die Bedürfnisse sind bei jedem Menschen anders, keine Frage. Seit ich denken kann war es aber so, daß selbst dann, wenn es sich um elementare Bedürfnisse handelt, nur das umgesetzt werden kann, was menschlich, technisch und finanziell machbar ist. Hier bestehen eben Grenzen des Machbaren, egal, was die Politik und die Gerichte sagen.

Daß die eigenen Bedürfnisse schwerer wiegen als jene der Anderen ist auch kein Geheimnis. Aber allen gleichermaßen gerecht zu werden ist in dieser Welt ein Ding, das eben nicht geht. Irgendjemand wird bei diesen Forderungen auf der Strecke bleiben. Das ist leider so.

@ bemolle

ich hoffe, ich darf auch Dir antworten auf Deine Aussage
Zitat:
wie die gleiche Versorgung im Pflegeheim

Ich spreche von der 24-Std.-Versorgung wie ich sie kenne und wie sie auch bei uns praktiziert wird. Bei uns heißt es eben nicht in der Pflegestufe 1 (entsprechend der Vorgaben der Pflegekassen) nach 54 Minunten genehmigter und bezahlter Leistungserbringung, daß der Pflegebedürftige sich am nächsten Tag wieder melden darf, wenn diese wieder zur Verfügung stehen. Nein, wenn er einen Wunsch hat und Hilfe benötigt, bekommt er dies ohne Berechnung im erforderlichen Umfang. Das war die Grundlage meiner Aussage!

Ich glaube auch nicht, daß es uns weiterhilft, wenn Fronten aufgebaut werden. Wichtiger scheinen mir gangbare Wege im Miteinander.

_________________
Ein Mensch existiert nicht - er lebt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#21Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Mai 2011, 12:42 
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johannes hat geschrieben:
Ich spreche von der 24-Std.-Versorgung wie ich sie kenne und wie sie auch bei uns praktiziert wird. Bei uns heißt es eben nicht in der Pflegestufe 1 (entsprechend der Vorgaben der Pflegekassen) nach 54 Minunten genehmigter und bezahlter Leistungserbringung, daß der Pflegebedürftige sich am nächsten Tag wieder melden darf, wenn diese wieder zur Verfügung stehen. Nein, wenn er einen Wunsch hat und Hilfe benötigt, bekommt er dies ohne Berechnung im erforderlichen Umfang. Das war die Grundlage meiner Aussage!


Hallo Johannes,

nun weißt du aber auch, dass es Heime wie deines kaum gibt.
Wären Berlin und Heddesbach näher beieinander, würde ich gerne einmal zur Probe meinen Mann zu dir in Kurzzeitpflege geben.

Mein Mann war in Berlin in wirklich guten Heimen, aber seine Pflege/Betreuung war bisher nicht zufriedenstellend.

johannes hat geschrieben:
Ich glaube auch nicht, daß es uns weiterhilft, wenn Fronten aufgebaut werden. Wichtiger scheinen mir gangbare Wege im Miteinander.


Dem stimme ich zu.
Allerdings bedenke bitte, dass du in einem Forum bist wo 90 % der Mitglieder ihre Angehörigen in der eigenen Häuslichkeit pflegen und vielleicht durch deine Beiträge einfach nur das Gefühl bekommen haben,
sich rechtfertigen zu müssen.

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#22Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Mai 2011, 13:25 
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johannes hat geschrieben:
@ nelli
Daß die eigenen Bedürfnisse schwerer wiegen als jene der Anderen ist auch kein Geheimnis. Aber allen gleichermaßen gerecht zu werden ist in dieser Welt ein Ding, das eben nicht geht. Irgendjemand wird bei diesen Forderungen auf der Strecke bleiben. Das ist leider so.


wie schaut das dann bei Pflegestufe 3 oder 3+ aus, die können das doch nicht... :cry:
Tut mir leid daß ich schon wieder das PB ins Spiel bringe- genau da geht es eben nicht um irgendwelche Zeitvorgaben oä


so wie ich das herauslese bietest Du in "Deinem" Heim sehr viel, wenn ich alt und noch einigermaßen fit bin dann fühle ich mich bestimmt da sehr wohl. Sowas müßte es öfter geben.
Liebe Grüße von Nelli

Hast Du meine anderen Beiträge auch gelesen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#23Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Mai 2011, 15:48 
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Hallo Nelli,

noch ein Nachsatz an dich zu meiner Antwort an Johannes:

Ich habe da als Beispiel meine Tochter - Pflegestufe 3, aber nicht geistig behindert (wenn auch durch jahrelange "Nichaktivierung" etwas "eingerostet" ;) ) vor Augen gehabt. Außerdem hoffe ich, dass es mit diesem Beispiel etwas leichter ist, den Konflikt slebstbestimmtes Leben wie Nichtbehinderteversa Geld aufzuzeigen.

Selbstverständlich finde ich, dass auch Menschen, die geistige Beeinträchtigungen haben, ein Recht auf ein Leben im eigenen Umfeld haben. Was dann für Fortschritte möglich sind, die kein Arzt je für möglich gehalten hätte -dafür gibt es hier auch Beispiele. Mögen diese für Gesunde auch klein sein, so tragen sie doch zur Lebensqualität der Behinderten und ihrer Familien bei. Was selbstverständlich jedem Gesunden zugebilligt wird - nämlich mit und in ihrer Familie zu leben - das wird Behinderten aber abgesprochen.

Und noch einmal: sicher gibt es auch Menschen, die sich auch um Angehörige im Heim liebevoll kümmern und Menschen, die sich dort wohlfühlen.

Die Frage ist nur, ob man das aus Kostengründen jemandem vorschreiben darf. Für meine Tochter wäre es das Ende, denn in einem Heim zu landen ist ihre allergrößte Angst, seit sie mit 17 Jahren erkrankte...

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 Betreff des Beitrags: Re: Was hältst Du vom persönlichen Budget?
#24Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mai 2011, 14:08 
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Hallo,

auch wenn ich nicht jeden Tag Zeit habe, etwas zu schreiben, halte ich mich doch aktuell. Ich hoffe, daß mir deswegen niemand böse ist.

@ Elke

Zitat:
Allerdings bedenke bitte, dass du in einem Forum bist wo 90 % der Mitglieder ihre Angehörigen in der eigenen Häuslichkeit pflegen und vielleicht durch deine Beiträge einfach nur das Gefühl bekommen haben, sich rechtfertigen zu müssen.


Danke, Ekle, für Deinen Hinweis. Es mir fern liegt, jemanden anzugreifen, darum muß sich niemand vor mir rechtfertigen! Ich weiß, daß man alle Dinge von mehreren Seiten betrachten kann und sie von jeder Seite aus anders aussehen. Darum kann es nur selten eine ganze Wahrheit geben.

Nun noch ein paar Gedanken aus meiner Sicht zu den im Verlauf gemachten Äußerungen im Zusammenhang mit dem persönlichen Butget. Ich gehe bewusst jeweils nur auf eine Aussage ein, um die Übersichtlichkeit zu erhalten.

@ Nelli

Du schreibst
Zitat:
Kein junger Mensch bräuchte in Pflegeheimen dahinzudämmern


Es ist sicherlich nicht erstrebenswert, dahin zu dämmern, ob im Pflegeheim oder im sogenannten Zuhause. Ja, auch im Zuhause. In meiner Arbeit in der Familienseelsorge und in der ehrenamtlichen Betreuung habe ich gerade zu Hause viel gesehen, was ich als Christ niemals bejahen kann. Und es ist keine Frage, dass auch in Pflegeheimen unwürdige Zustände vorkommen, die zu einem dahindämmern führen.

Dieser Umstand lässt sich aber nicht so einfach beseitigen, weil elementare Grundlagen menschlichen Lebens - Liebe, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Fürsorge - mehr und mehr aus unserem Leben schwinden. Ein einsichtiger Mann hat einmal gesagt:

"Wir leben in der nachchristlichen Zeit!"

Humanismus bemüht sich zwar, Christsein zu ersetzen. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass dieses Experiment nicht gelingen mag. Es scheitert an der Egozentrik und am Egoismus des Menschen. Liebe hat auf diesem Hintergrund keine Chance zu gedeihen.

Hierzu bedarf es m. E. tatsächlich des göttlichen Elementes, das sagt: "Nimm dich des Schwächeren an, weil Gott dich angenommen hat!" Wir werden also gerufen, etwas zu wirken, was wir selbst erfahren haben. Ohne diese eigene Erfahrung fehlt uns der Zugang zu solchem Denken und Handeln.

Für mich ist also ein dahindämmern keine Frage des Pflegeheimes, sondern eine Frage von zwischenmenschlichen Beziehungen.

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