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 Betreff des Beitrags: WESTPOL: Einmal arm dran - immer arm dran
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Mai 2014, 13:43 
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Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung:
Einmal arm dran - immer arm dran



WESTPOL: Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung
Sonntag, 04. Mai 2014, 19.30 - 20.00 Uhr

VIDEO
http://www1.wdr.de/fernsehen/regional/w ... te102.html



Auf dem Weg zur Arbeit: Karl Josef Fassbender ist Dozent für Behindertenpädagogik an der Uni Köln und arbeitet in der Studienberatung für Studierende mit Handicap. Ein Vollzeitjob. Immer dabei – ein Assistent. Heute ist es Tonio. Denn Fassbender hat Pflegestufe 3 +, braucht Hilfe rund um die Uhr. Er hat eine angeborene schwere Muskelkrankheit, die sich verschlimmert. Arbeiten, teilhaben, Geld verdienen - das ist Karl Josef Fassbender wichtig. Ihm ist bewusst, dass seine Pflege die öffentlichen Kassen viel Geld kostet. Trotzdem: Dass der Staat ihm von seinem eigentlich komfortablen 2.900 Euro Netto-Verdienst fast 30 Prozent wieder abzieht, findet er nicht richtig. Es geht ihm da nicht nur ums Geld, es geht um die Art wie ein behinderter Mensch ein Leben lang behandelt wird. Karl Josef Fassbender: „Er hat immer mit Behörden zu tun, muss immer irgendwelche Nachweise bringen, irgendwelche Papiere, Termine, das finde ich unwürdig."

Dabei zahlt er Steuern und Abgaben, arbeitet wie Nichtbehinderte auch. Besprechung mit seiner Kollegin. Lana Martin ist sehbehindert. Beide sorgen dafür, den Studierenden mit Handicap das Leben an der Uni möglichst barrierefrei zu gestalten. Vom eigenen beruflichen Aufstieg hat Fassbender sich verabschiedet. Mehr Verantwortung, aber nicht mehr Geld, das dämpft auf Dauer die Motivation. Denn auch sein Vermögen wird angerechnet, und zwar rigoroser als bei Sozialhilfeempfängern: 2.600 Euro - mehr darf Karl Josef Faßbender nicht behalten. Alles andere geht an den Staat. Eigentumswohnung? Altersvorsorge? Nicht drin. Eben doch kein selbstbestimmtes Leben. Dabei ist Hilfe zur gleichberechtigten Teilhabe ein Menschenrecht. So sagt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die auch Deutschland unterschrieben hat. Die Konvention verändert die rechtliche Situation von behinderten Menschen in der Gesellschaft radikal. Es liegt nun nicht mehr im Ermessen der Mehrheit der Nichtbehinderten, wie viel Unterstützung und Hilfe einem behinderten Menschen gewährt wird, so die Ethikexpertin Sigrid Graumann: "Sie haben den Anspruch auf volle und gleichberechtigte Inklusion auf dem Arbeitsmarkt, volle und gleichberechtigte Inklusion ist aber nicht verwirklicht wenn die einen an der Armutsgrenze leben und die anderen voll über ihr selbsterwirtschaftetes Einkommen verfügen können und hier sehe ich schon ein Problem."

Doch wenn der Staat das Einkommen von Menschen wie Karl Josef Faßbender nicht antasten darf, entgehen ihm Einnahmen. Geld, das irgendwo herkommen muss. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, sich finanziell stärker für die Behinderten zu engagieren - im Rahmen eines neuen Bundesteilhabegesetzes. Mit der erklärten Absicht, "dass eben nicht mehr die Frage der Bedürftigkeit und der Anrechenbarkeit des Existenzminimums maßgeblich ist sondern die Frage, wie können wir soziale, kulturelle, politische Teilhabe des Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft des Menschen schaffen, unabhängig von den Einkommensverhältnissen“, so Uwe Schummer (CDU).

Doch bis Behinderte damit rechnen können, müssen noch viele Steine aus dem Weg geräumt werden. Denn in Zeiten der Schuldenbremse sind höhere Steuerausgaben schwer durchzusetzen. Trotzdem ist dies kein unüberwindliches Problem. 2011 wurden aus Mitteln der Sozialhilfe 18 Milliarden Euro für Pflege und andere Hilfen für behinderte Menschen ausgegeben. Durch die Anrechnung von Einkommen und Vermögen nahm der Staat 266 Millionen Euro ein, auf die er verzichten müsste. Das sind gerade mal 1,5 Prozent der Kosten. Für Karl Josef Faßbender macht dies den entscheidenden Unterschied: Das Recht auf wirkliche Augenhöhe mit Nichtbehinderten. Der 59jährige muss ein bescheidenes Leben führen für jemanden, der studiert und viele Berufsjahre hinter sich hat. Wenn er auf die Zukunft schaut - hat er dann Angst vor Altersarmut? "Im Moment noch nicht, aber das wird bald kommen." Die Natur hat ihm von Geburt an körperlich benachteiligt. Damit hat sich Karl Josef Faßbender abgefunden. Aber: nicht wirklich gleichberechtigt zu sein daran kann er sich nicht gewöhnen.

Quelle:
http://www1.wdr.de/fernsehen/regional/w ... te102.html

_________________
Herzliche Grüße Elke

Gerd (07/56) Hirnblutung nach SHT 1995, Insult, Anosognosie, Hemiplegie rechts, schwere Globalaphasie mit buccofacialer Apraxie, Sprechapraxie, Anarthrie, rechtsbetonte Facialisparese und Dysphagie, Epilepsie, PG 5, pflege zu Hause.

Elke (10/44) "wer über seine Kräfte hinaus pflgegt wird selbst zum Pflegefall" .... ich habe Krebs, vermutlich zu spät auf mich selbst geachtet.~~~~~~~~

Ich schreibe im Forum von meinen eigenen Erfahrungen und diese müssen nicht zwangsläufig richtig sein.
Gebe ich Tipps, dann muss denen keiner Folge leisten wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat.
Meine Beiträge sind als Anregung gedacht, haben aber keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit
.


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