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 Betreff des Beitrags: 21.10.09 - 22:15
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Okt 2009, 12:39 
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Karl-Eugen Siegel wurde für den kommenden Mittwoch, den 21. Oktober 2009, 22.15 Uhr zu sternTV Moderator Günther Jauch eingeladen.

Hintergrund war die Meldung des Erlanger Universitätsklinikums vom 09.10.2009:
Erste Schwangerschaft im Wachkoma erfolgreich beendet – aus dem Fall des „Erlanger Babys“ gelernt.

Weiter war zu lesen, dass eine Schwangere im Wachkoma vor eineinhalb Jahren einen gesunden Jungen zur Welt brachte.
Im Fall des "Erlanger Baby", bei dem versucht wurde, das Leben eines Föten einer hirntoten Schwangeren zu retten, misslang dieser Versuch.
Doch das "Erlanger Baby" sorgte 1992 für einen ethischen Aufruhr in der BRD, der soweit ging, dass sich selbst der Bundestag damit beschäffigte und einige Parlamentarier sogar ein entsprechendes Gesetz verlangten.

Diese Diskussion veranlasste K.E. Siegel sein Tagebuch zu veröffentlichen, das das Schicksal seiner Frau schilderte, die sich ein Jahr zuvor in dieser Grenzsituation befand. Als Hirntote gebar sie einen Jungen, der mit 1165g als Frühchen zur Welt kam.

Die ethische Auseinandersetzung mit diesem Thema aber auch die besondere Situation der Menschen im Wachkoma ist Thema das Siegel beschäftigt.


Hintergrundinformationen:

Auszug aus der online Version des Deutschen Ärzteblatts vom 14. Oktober 2009:
Erlanger Wachkoma-Baby war ein Wunschkind


"Die Frau, bereits Mutter zweier Kinder, hatte in der 13. Schwangerschaftswoche einen Infarkt mit Herzkreislaufstillstand erlitten. Am 24. Dezember 2007 wurde sie nach Erlangen verlegt und gebar dort in der 35. Schwangerschaftswoche im Frühjahr 2008 einen gesunden Jungen.

Dies sei angesichts des Zustands der Frau in der Wissenschaftswelt außergewöhnlich, sagte Beckmann weiter. Seit den 70er-Jahren seien knapp 30 Fälle von Schwangeren mit Hirntod oder Koma veröffentlicht worden. Die meisten Schwangerschaften hätten mit Misserfolgen oder Frühgeburten geendet, teilweise mit ernsten Schädigungen des Kindes. " (http://ww.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp#comments Suchkriterium: Wachkoma-Baby)


Ein Informationsmix zwischen Hirntod und Wachkoma


Es erschreckt mich, wie wenig differenziert manche Jurnalisten mit den Fakten umgehen. Denn es werden Hirntode mit Wachkoma-Patientinnen verglichen.
Nun denn, wenn ich soetwas in der Boulevardpresse lese, dann schiebe ich dies auf das entsprechende Wissensniveau der Zeitung/Zeitschrift.
Doch mich ärgert es unsterblich, wenn in demselben Maß in einem Fachblatt wie dem Deutschen Ärzteblatt dieselben Vergleiche gezogen werden, wie dies im obigen Artikel in Absatz 3 der Fall ist.
Dass hier jedoch kein Mediziner einen Kommentar hinterlässt, der deutlich macht, dass man unmöglich eine Hirntodschwangerschaft mit einer Schwangerschaft im Wachkoma vergleichen oder gar gleichsetzen kann, lässt nur zwei Schlussfolgerungen zu.
Erste, dass das Ärzteblatt von dieser Zielgruppe nicht gelesen wird,
oder die Zweite, dass diese Lesergruppe den Unterschied nicht kennt.
Das zweitere wäre insofern fatal, da ja die Mediziner in der Frage der Organentnahme sich ja zuvor von dem Hirntod des Patienten (oder sollte ich besser von der Leiche sprechen) vergewissern müssen. Die Kriterien sind ja klar definiert.
Wie muss ich nun diese "Nichtreakion" auf diesen Absatz werten?
Sind die Befürchtungen berechtigt, dass Menschen im Wachkoma schon von manchen als Hirntote angesehen werden, um ...

Die Diskussion sollte hier eindeutig um Menschen im Wachkoma gehen und ganz klar gemacht werden, dass diese Persönlichkeiten sind, Teil unserer Gesellschaft wie Sie und ich. Mit allen Rechten und somit wie wir auch auf ein würdevolles Leben.
Einzelschiksale, wie hier diese noch weiterhin im Wachkoma befindliche Mutter werden zur ethischen Bühne hochstillisiert mit der Frage: Dürfen Ärzte dieser werdenden Mutter helfen ihr Kind auszutragen! -
Sie haben es gemacht, wie sie es auch bei einer nicht komatösen Mutter mit denselben Risiken gemacht hätten.
Doch nun ist die ethische Fragestellung erlaubt:
Ist das Kind in guten Händen? Kümmern wir uns als Gesellschaft um dieses Kind so, dass das ärztliche Handeln durch die weiteren sozialen wie finanziellen Maßnahmen gerechtfertigt bleibt.
Und, versorgen wir als Gesellschaft diese Mutter in ihrem Schiksal mit allem notwendigen, dass sie ein würdevolles Leben hat und eventuell sogar die Chance bekommt ihr Kind zu spühren und zu erleben wie es aufwächst.
Wenn nicht alle Massnahmen der Rehabilitation, der speziellen Pflege, der persönliche Kontakt nicht gewährleistet wird, dann haben wir als Gesellschaft versagt.
Dann sollten wir unseren Ärzten verbieten Leben zu Retten. Dann sollten wir die Erungenschaften der Medizin schleunigst wieder zurückfahren und diesbezüglich geplanten Investitionen zinsbringend bei den Banken anlegen.
Denn dort bezahlen wir ohne Murren und ohne ethische Diskussion unvorstellbare Beträge, doch dort wo es um das wertvollste einer Gesellschaft geht, nämlich EINEM geschwächten Teil derselben, dort verlangen wir eine gesellschaftliche Diskussion.
Ist dies nicht absurd und schreit dies nicht nach einer gesellschaftlichen und politischen Umbesinnung?

K. E. Siegel
2. Vorsitzender SelbstHilfeVerband - FORUM GEHIRN e.V.
mit eigener Erfahrung in der Begleitung einer Hirntodschwangerschaft


Mit freundlichen Grüßen

Lothar Ludwig
Bundesvorsitzender


SelbstHilfeVerband - FORUM GEHIRN e.V.
Bundesverband für Menschen mit Hirnschädigungen und deren Angehörige
Geschäftsstelle:
Schnörringer Weg 1
51597 Morsbach-Erblingen


Telef. : 02294 / 90 99 922
Fax: 02294 / 99 93 74
Geschäftsstelle: info@SHV-FORUM-GEHIRN.de
HOMEPAGE: http://www.SHV-FORUM-GEHIRN.de

_________________
Ingo ( 02/68 ) pflege meine Frau Christine ( 06/69 ), Hirnblutung, Hirnstammkompression, Hirngewebeentfernung und Hemicraniektomie nach Schlaganfall im Juni 2008, mit anschliessendem Wachkoma, Aphasie, Tetraplegie, Dysphagie, LP-Shunt, PEG, Pflegestufe 3+, pflege seit Mai 2009 zu Hause (kein Pflegedienst)
Mein Baby gehört zu mir, ist das klar ?
--------------------------
Versuche nicht Dinge zu ändern die Du nicht ändern kannst
sondern ändere lieber die die Du ändern kannst.


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